Gewinner der Hitze

Dieser Vogel profitiert vom Klimawandel

© Getty Images
Der schimmernde Bienenfresser gehört zu den wenigen Tieren, die vom Klimawandel profitieren. Der bunte Vogel wählt Österreich aufgrund der heißen Sommer immer öfter als seine Wahlheimat aus.
Zur Vollversion des Artikels

Mit seinem türkis-, gelb- und rostrot schimmernden Gefieder zählt der Europäische Bienenfresser (Merops apiaster) zu den farbenprächtigsten Vögeln Europas. Einst war er fast ausschließlich im Mittelmeerraum zuhause, doch der geschickte Insektenjäger breitet sich dank der immer heißeren und trockeneren Sommer zunehmend auch in Österreich aus. Mittlerweile gibt es hierzulande laut Schätzungen bereits 1.100 bis 2.200 Brutpaare. Die größten Kolonien befinden sich weiterhin im Weinviertel und im Burgenland. Doch auch in Oberösterreich und der Steiermark brüten immer mehr Paare, vereinzelt wird der Vogel sogar in den westlichen Bundesländern gesichtet.

Exotischer Gast mit Pfiff

Nicht nur sein exotisches Aussehen macht den Bienenfresser besonders: Die Vögel brüten in Kolonien und graben mit ihren Schnäbeln bis zu zwei Meter lange Röhren in steile Sand-, Lehm- oder Lösswände. Da jedes Jahr neue Brutröhren angelegt werden, sind sie auf frische Steilwände angewiesen. Heute finden sie diese oft in Schotter- und Kiesgruben, die ihnen als Ersatzlebensraum dienen.

Name ist Programm

© Getty Images/500px Prime

Seinen Namen verdankt der Bienenfresser seiner Lieblingsspeise: fliegenden Insekten wie Bienen, Wespen oder Hornissen. Mit beeindruckender Treffsicherheit schnappt er sie im Flug. Bevor die Beute verspeist wird, schlägt der Vogel sie mehrmals gegen einen Ast, um den Giftstachel zu entfernen – eine Technik, die Jungvögel erst lernen müssen.

Wichtiger tierischer Botschafter

Für den Naturschutz ist der Bienenfresser ein wichtiger Botschafter. Wo er erfolgreich brütet, gibt es meist strukturreiche Landschaften und ein reiches Angebot an Fluginsekten. Zudem profitieren zahlreiche andere Tierarten von den verlassenen Brutröhren. Um den farbenfrohen Vogel zu schützen, kauft und pflegt der Naturschutzbund geeignete Brutplätze wie Sand- und Lösswände. Durch regelmäßige Pflege bleiben die Steilwände für den Bienenfresser attraktiv und bieten ihm auch künftig ein sicheres Zuhause.