Ein ungewöhnliches Verbot sorgt in Berlin für Aufsehen: Das Mercure Hotel Berlin Zentrum in Schöneberg nimmt keine Gäste auf, die ihren Wohnsitz in der Hauptstadt haben. Bekannt wurde der Fall durch eine Mitarbeiterin des RBB, deren Buchung zunächst angenommen und später wieder storniert wurde.
In einer E-Mail erklärte das Hotel laut RBB, dass in ihrem Profil eine Berliner Adresse hinterlegt sei. "Da wir keine Gäste mit Berliner Wohnanschrift im Hotel aufnehmen, müssten wir die Reservierung stornieren, sofern sie für Sie persönlich gedacht war", hieß es darin.
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Buchung über Firmenadresse möglich
Eine Übernachtung sei demnach nur möglich, wenn die Reservierung über eine Firmenanschrift erfolge oder für eine andere Person gedacht sei. Die RBB-Mitarbeiterin hatte die Nachricht vor ihrer Anreise nicht gelesen. An der Rezeption wurde sie schließlich endgültig abgewiesen.
Hotel verweist auf Sicherheitsprobleme
Auf Anfrage des RBB begründete der Kundenservice die Regelung mit Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Es habe wiederholt "sicherheitsrelevante Vorfälle" gegeben, die insbesondere den Brandschutz und die Sicherheit anderer Gäste betroffen hätten.
Diese Probleme hätten "bedauerlicherweise hauptsächlich Gäste aus unserer Region" verursacht. Deshalb habe man sich zu der Maßnahme entschlossen. Das Verbot gelte ausschließlich für das Hotel in Schöneberg und nicht für andere Häuser der Accor-Gruppe.
Dürfen Hotels Gäste einfach abweisen?
Grundsätzlich haben Hotels ein Hausrecht und können entscheiden, wen sie aufnehmen. Einen allgemeinen gesetzlichen Zwang, mit jeder Person einen Beherbergungsvertrag abzuschließen, gibt es laut dem im Bericht zitierten Fachanwalt Christian Gerd Kotz nicht.
Allerdings setzt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Grenzen. Es soll verhindern, dass Menschen etwa wegen ihrer ethnischen Herkunft oder einer Behinderung benachteiligt werden. Ob die konkrete Regelung des Berliner Hotels rechtlich zulässig ist, lässt sich aus den vorliegenden Informationen allein nicht abschließend beurteilen.