Offener Brief

Drei Verbände werfen Infantino "Täuschung" vor

© APA/AFP/PABLO PORCIUNCULA
Der Streit zwischen der FIFA und den einzelnen Verbänden geht weiter. Nun erheben die UEFA, CONCACAF und die AFC schwere Vorwürfe gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino.
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Die Gegner von Gianni Infantino wollen den Druck auf den angezählten FIFA-Präsidenten hochhalten. In einer gemeinsamen Erklärung wandten sich die Dachverbände von Europa (UEFA), Asien (AFC), Nord-und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF) an die Öffentlichkeit. Sie bekräftigen ihre Kritik an Infantino, werfen ihm im Zusammenhang mit dem inzwischen abgesagten WM-Rechteverkauf "Täuschung vor" und fordern weiter einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbandes.

"Führung im Fußball ist kein Besitz. Es geht nicht darum, Macht zu haben - oder ihre Ausübung einzufordern. Sie ist eine Verpflichtung zum Dienst an der Fußball-Familie, die einem ihr Vertrauen schenkt", heißt es in dem Schreiben, das von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, AFC-Präsident Salman bin Ibrahim Al Khalifa und CONCACAF-Präsident Victor Montagliani unterzeichnet ist. Alle drei Verbandschefs sind durch ihr Amt auch Vizepräsidenten der FIFA.

"Wenn dieses Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich jemand über das Kollektiv stellt, das ihn mit Verantwortung betraut hat, wurde diese Verpflichtung aufgegeben", kritisieren die drei Dachverbände.

Infantinos gescheiterte Investorenpläne

Infantino steht massiv in der Kritik bis hin zu Rücktrittsforderungen. Der FIFA-Boss wollte Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Nach riesiger Empörung musste Infantino sein Vorhaben wieder begraben. Seitdem tobt ein Machtkampf im Fußball.

In dem Brief wurde der Alleingang Infantinos bei seinen Plänen scharf kritisiert. "Ein Vorschlag, der in einem stark verkürzten Zeitrahmen vorangetrieben, ohne ernsthafte Konsultation erarbeitet und bis zu einer Frist angeschoben wurde, noch bevor die Mitgliedsverbände die Bedingungen angemessen prüfen konnten, ist nicht das Ergebnis eines Versehens - sondern Ausdruck eines bewussten Vorgehens, um eine Überprüfung einzuschränken", heißt es.

Verbände: Kein Verfahrensfehler, sondern Vertrauensbruch

Ceferin & Co. bezogen sich dabei auf ein Schreiben der FIFA, in dem Fehler bei den Investorenplänen eingeräumt wurden. "Es wurde nicht anerkannt, dass der Vorschlag an sich grundlegend falsch war. Nach wie vor fehlt jede Einsicht, dass der Versuch, eine Beteiligung an der FIFA-Weltmeisterschaft zu verkaufen, ein gravierendes Fehlurteil war - nicht nur ein Verfahrensfehler, sondern ein grundlegender Vertrauensbruch gegenüber genau den Institutionen, denen die FIFA zu dienen verpflichtet ist", schreiben die Dachverbände.

Die drei Verbandschefs um Ceferin schlossen ihren Brief mit einem Appell an die so genannte Fußball-Familie: "Die Stärke des Fußballs lag stets in seiner Einheit. Wir rufen dazu auf, diese Einheit nun zu wahren - und für eine Führung einzustehen, die dem Fußball dient, statt ihn beherrschen zu wollen."