In Kalabrien und Sizilien wurden am Dienstag vier Haftbefehle gegen mutmaßliche Mitglieder der Gruppe vollstreckt. Ihnen wird internationaler Handel mit Drogen vorgeworfen. Die Ermittlungen der Polizei in Reggio Calabria ergaben, dass die Gruppe von Kalabrien aus Kokain und Marihuana beschafft, transportiert und verkauft habe.
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Zudem habe es einen Vertriebskanal nach Sizilien sowie Verbindungen nach Deutschland, Österreich und Tschechien gegeben. Die Ermittlungen stützten sich unter anderem auf die Auswertung verschlüsselter Kommunikation, die im Rahmen internationaler Zusammenarbeit der Justizbehörden erlangt worden sei. Dadurch hätten die Ermittler Beziehungen zwischen Lieferanten und Abnehmern sowie Geldbewegungen nachvollziehen können. Die Verdächtigen hätten demnach auch eigens dafür vorgesehene Mobiltelefone genutzt.
Netzwerk von Drogenkurieren
Für den Transport von Drogen und Bargeld soll die Gruppe ein Netzwerk von Kurieren eingesetzt haben. Die Fahrzeuge seien mit Verstecken für Schmuggelware ausgestattet gewesen. Vor einigen Fahrten seien elektronische Geräte verwendet worden, um die Fahrzeuge auf mögliche Abhörtechnik zu überprüfen. Teilweise seien die Transporte von Begleitfahrzeugen abgesichert worden. Zudem seien Routen ausgewählt worden, bei denen die Gruppe offenbar mit weniger Kontrollen rechnete.
Neben den Drogenströmen stellten die Ermittler nach eigenen Angaben umfangreiche Bargeldbewegungen fest. Zwischen Juli 2020 und März 2021 seien mehr als 1,6 Millionen Euro transferiert worden. Das Geld sei zumindest teilweise mit dem Drogenhandel in Verbindung gestanden. Über ein System paralleler Finanzkanäle seien damit unter anderem Lieferanten bezahlt und weitere Investitionen finanziert worden.