Experten warnen

Dürre wird zur größten Naturgefahr des Landes

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Hochwasser, Muren oder Stürme galten lange als die größten Naturgefahren in Österreich. Doch nun schlagen Wissenschaftler Alarm: Die Dürre entwickelt sich zunehmend zur größten Bedrohung für Landwirtschaft, Wasserversorgung und Natur.
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Schon jetzt kämpfen zahlreiche Regionen mit ungewöhnlich niedrigen Wasserständen. Flüsse führen weniger Wasser, Böden trocknen aus und auch das Grundwasser gerät zunehmend unter Druck.

Der BOKU-Hydrologe Gregor Laaha warnt, dass sich die Dürre längst durch den gesamten Wasserkreislauf fortgesetzt habe. Besonders problematisch: Die Auswirkungen zeigen sich oft erst Monate später und bleiben lange unbemerkt.

Während Hochwasser plötzlich auftritt, entwickelt sich Dürre schleichend. Die Folgen reichen von Ernteausfällen über Wasserknappheit bis hin zu Belastungen für Ökosysteme und die Gesundheit der Bevölkerung.

Bauern und Natur leiden bereits

Die anhaltende Trockenheit macht sich in vielen Teilen Österreichs bereits bemerkbar. Landwirte berichten von ersten Schäden bei Getreide, Mais und Soja. Ohne ausreichend Niederschläge drohen deutliche Ertragseinbußen. Auch sensible Naturräume geraten unter Druck. So warnte der WWF zuletzt vor einer Austrocknung der Unteren Lobau in Wien. Zahlreiche Gewässer führen deutlich weniger Wasser als üblich, manche sind bereits verschwunden.

Österreich muss umdenken

Ausgetrockneter Zicksee im Burgenland © Getty Images/500px

Experten fordern deshalb einen umfassenden Dürreplan für Österreich. Dazu gehören ein besseres Monitoring, frühzeitige Warnsysteme und Maßnahmen, um Wasser länger in der Landschaft zu speichern.

Besonders Ostösterreich gilt als Hotspot der Entwicklung. Durch steigende Temperaturen verdunstet immer mehr Wasser, während gleichzeitig weniger im Boden und Grundwasser ankommt.

Österreich gilt zwar als eines der wasserreichsten Länder Europas. Doch genau dieses Bild könnte sich in den kommenden Jahren verändern. Forscher warnen, dass Dürre kein Ausnahmeereignis mehr ist, sondern zunehmend zum Normalzustand werden könnte.

Die gute Nachricht ist, dass es noch genug Möglichkeiten gibt dem gegenzusteuern. Klar ist aber auch: Je länger die Trockenperioden dauern, desto größer werden die Herausforderungen für Landwirtschaft, Natur und Millionen Menschen im ganzen Land.