Nations League
EM-Quali-Knall: Österreich droht Topf 3
Der am Donnerstag startenden Fußball-Nations-League haftet das Image eines Bewerbs mit besseren Freundschaftsspielen an - allerdings zu Unrecht. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass Österreich aufgrund des im März 2025 verpassten Aufstiegs in die Liga A keine Chance mehr hat, in der Auslosung der Qualifikation für die EURO 2028 aus dem ersten Topf gezogen zu werden. Bei Endrang drei oder vier in der diesjährigen Gruppenphase würde man sogar in Topf drei abrutschen.
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Bei der Einteilung der Töpfe für die EM-Quali-Auslosung am 6. Dezember in Belfast wird nämlich die aktuelle Liga-Zugehörigkeit in der Nations League als Basis herangezogen. Die zwölf Plätze in Topf eins sind für jenes Dutzend reserviert, das in der Herbstauflage der Nations League von den 16 Liga-A-Teams am besten abschneidet.
Nach diesem Schema geht es weiter, was bedeutet, dass die ÖFB-Auswahl in der Gruppe mit Irland, Israel und Kosovo zumindest Zweiter werden muss, um es in Topf zwei zu schaffen. In der jüngsten WM-Quali-Auslosung wurde Österreich noch aus Topf eins gezogen.
Rangnick-Team droht schwierige EM-Quali-Auslosung
Da dies nun nicht mehr der Fall ist, drohen in der EM-Quali Kaliber wie Weltmeister Spanien oder die beiden WM-Semifinalisten Frankreich und England. Nur die Sieger der zwölf Quali-Gruppen sowie die acht besten Zweiten sind fix bei der kontinentalen Endrunde in zwei Jahren in Großbritannien und Irland dabei, die restlichen Tickets werden über Play-offs vergeben.
Das Format der aktuellen Nations-League-Gruppenphase sieht vor, dass die Ersten der vier Liga-B-Gruppen in zwei Jahren fix in der höchsten Etage dabei sind und die Zweiten ein Aufstiegs-Play-off bestreiten. Die Dritten verbleiben in Liga B, für die Vierten geht es in ein Play-off gegen den Abstieg.
Die leichten Änderungen des Play-off-Modus resultieren aus einer Nations-League-Reform, die mit Herbst 2028 greift. Ab diesem Zeitpunkt gibt es nur noch drei statt bisher vier Ligen mit jeweils 18 Mannschaften, die in jeweils drei Gruppen eingeteilt werden.
ÖFB-Team in Nations League bisher mit Licht und Schatten
Die ÖFB-Auswahl blickt vor dem Start des 2018 ins Leben gerufenen Bewerbs am Donnerstag in Linz gegen Israel (20.45 Uhr/live ORF 1) mit einer Bilanz von zehn Siegen, sechs Unentschieden und acht Niederlagen auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Drei der bisherigen vier Auflagen hat Österreich in der zweithöchsten Liga absolviert, nur 2022 war man bei den Top-Nationen dabei.
Vor acht Jahren beendeten die ÖFB-Kicker in Liga B eine Dreiergruppe vor Nordirland, aber hinter Bosnien-Herzegowina. Im von Corona geprägten Herbst 2020 reichte es unter dem nunmehrigen Kosovo-Teamchef Franco Foda wieder in der zweithöchsten Etage gegen Norwegen, Rumänien und Nordirland zum Gruppensieg.
Der Lohn war zwei Jahre später die Teilnahme an Liga A mit dem damaligen Weltmeister Frankreich, Vize-Champion Kroatien und EM-Semifinalist Dänemark. Zum Auftakt gab es beim Debüt von Teamchef Ralf Rangnick einen 3:0-Auswärtssieg gegen Kroatien, auf ein Heim-1:2 gegen Dänemark folgte ein 1:1 in Wien gegen Frankreich. Danach setzte es nur noch Niederlagen, was den Abstieg in Liga B bedeutete.
Heim-5:1 gegen Norwegen reichte 2024 nicht zum Aufstieg
Dort gelang zwar im Herbst 2024 unter anderem ein bemerkenswertes 5:1 in Linz gegen Norwegen, allerdings hatte man im Rennen um den Gruppensieg gegen Erling Haaland und Co. das Nachsehen, weil beim Heim-1:1 gegen Slowenien Chancenwucher betrieben wurde. Im anschließenden Aufstiegs-Play-off verlor Österreich gegen Serbien, weshalb man nun wieder in Liga B antreten muss.