Petersdom in Rom

Erzbischof Grünwidl erhält Pallium von Papst

© APA/ERZDIÖZESE WIEN/SCHÖNLAUB
Papst Leo XIV. hat dem Wiener Erzbischof Josef Grünwidl bei einem Festgottesdienst im Petersdom in Rom das so genannte Pallium verliehen.
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Die mit sechs schwarzen Kreuzen bestickte Wollstola ist das Zeichen seiner Würde als Leiter eine Kirchenprovinz (Metropolie). Mit Grünwidl erhielten am Montag weitere, in den vergangenen zwölf Monaten vom Papst ernannte Metropoliten das Pallium.

Unter ihnen sind etwa der Prager Erzbischof Stanislav Pribyl (54), New Yorks Erzbischof Ronald Hicks (58) und die beiden polnischen Erzbischöfe Kardinal Grzegorz Rys (62) aus Krakau und Kardinal Konrad Krajewski (62) aus Łódź.

In seiner Predigt hob der Papst die Bedeutung des Palliums hervor. "Dieses Wollband bringt die Verpflichtung eines jeden Hirten - aber auch eines jeden Christen - zum Ausdruck, die ihm anvertrauten Brüder und Schwestern ebenso wie Lämmer der Herde des Herrn auf seine Schultern zu nehmen und für sie Energie, Zeit, Mühe und sogar das Leben zu opfern, damit das Evangelium alle erreicht und die ganze Welt darin Harmonie und Eintracht findet", sagte Leo XIV.

Auch Kardinal Schönborn bei Zeremonie dabei

Grünwidls Vorgänger, Kardinal Christoph Schönborn, feierte den Festgottesdienst im Petersdom ebenfalls mit. Der emeritierte Wiener Erzbischof nahm zuvor ab Freitag auch an der vom Papst einberufenen Kardinalsversammlung im Vatikan teil.

Das Pallium, ein etwa fünf Zentimeter breites Band aus weißer Lammwolle, wird traditionell am 29. Juni zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus verliehen. Erzbischof Grünwidl verbinde mit diesem Datum auch seine Priesterweihe am 29. Juni 1988 im Wiener Stephansdom durch Kardinal Franz König (1905-2004), erinnerte die Erzdiözese Wien zuvor in einer Aussendung.

Nur Erzbischöfe, die eine Kirchenprovinz leiten, dürfen das Pallium tragen. In Österreich sind das die Erzbischöfe von Wien und Salzburg. Die Wiener Kirchenprovinz umfasst neben der Erzdiözese Wien auch die Diözesen Linz, St. Pölten und Eisenstadt.

Wolle von "Agnes-Lämmern"

Der Begriff "Pallium" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Hülle". Ursprünglich bezeichnet es ein mantelähnliches Obergewand der Römer. Seit dem sechsten Jahrhundert gehörte das Pallium zur Kleiderordnung der Päpste, die es dann auch bestimmten Bischöfen als Auszeichnung verliehen. Ab der Mitte des neunten Jahrhunderts waren die Erzbischöfe verpflichtet, sich das Pallium vom Papst zu erbitten. Erst danach durften sie ihr Amt als Metropolitanbischöfe ausüben. Die Wolle des Palliums stammt traditionell von Lämmern, die am 21. Jänner, dem Gedenktag der heiligen Agnes, in Rom gesegnet werden.

Das Pallium ist streng an das Amt gebunden. Es wird einem Erzbischof persönlich verliehen, gilt aber nur für dessen Dienst auf einem bestimmten Metropolitansitz. Der Metropolit darf das Pallium nur innerhalb seiner eigenen Kirchenprovinz tragen. Mit dem Ende der Amtszeit als Erzbischof endet auch der liturgische Gebrauch.

Die katholische Kirche gedenkt am 29. Juni der Apostel Petrus und Paulus. Sie starben der Überlieferung nach um das Jahr 64 als Märtyrer in Rom und sind auch Schutzheilige der Stadt, weshalb der Tag in Rom und im Vatikan Feiertag ist.