Hunderte verhaftet
Eskalation vor Ceuta: Polizei fängt Migranten ab
In den frühen Morgenstunden des Samstags versuchten Hunderte Menschen, die Grenze nach Ceuta zu erreichen. Die Polizei in Marokko schritt rund drei Kilometer vor dem Übergang mit Tränengas und Schlagstöcken ein, wie die spanische Zeitung "El País" berichtet. Die Einsatzkräfte kesselten die Gruppe, die überwiegend aus Ländern südlich der Sahara stammte, ein und brachten sie mit Bussen in über 800 Kilometer entfernte Orte wie Ouarzazate.
Festnahmen und digitale Anstiftung
Insgesamt nahmen die Sicherheitskräfte 294 Personen fest, darunter 248 Migranten aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara sowie 46 Einheimische. Zusätzlich wurden 61 Menschen verhaftet, weil sie in den sozialen Medien zu dieser Masseneinreise aufgerufen hatten. Die Behörden kündigten an, künftig digitale Aufrufe genau zu beobachten, um "alle an der digitalen Anstiftung zur Massenmigration Beteiligten festzunehmen".
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Journalisten aus der Stadt verwiesen
Nicht nur Migranten gerieten ins Visier der Behörden. Ein Vertreter des marokkanischen Innenministeriums soll Reporter der spanischen Sender "EFE" und "TVE" ohne eine genaue Begründung aus der Stadt Castillejos ausgewiesen haben. Ihnen wurde gedroht, ihre Ausrüstung zu beschlagnahmen, falls sie den Ort nicht unverzüglich verlassen würden.
Schutz in der Kirche
Etwa 16 Kilometer von der Grenze bei Melilla (zweite spanische Exklave an der nordafrikanischen Mittelmeerküste) entfernt, in Nador, der größten Stadt der Region mit 158.000 Einwohnern, sind keine Migranten aus Subsahara-Afrika auf den Straßen zu sehen. Hier finden einige geflüchtete Menschen abseits des Trubels Zuflucht in der katholischen Kirche im Ort. Dort werden etwa schwangere Frauen oder Opfer von Menschenhandel versorgt. Eine Nonne warnt eindringlich davor, dass die Menschen "in höchster Gefahr" schweben: "Schon ein einfaches Foto könnte sie in Lebensgefahr bringen." Offizielle Lager gibt es in der Region nicht mehr, denn: "Die Polizei duldet keine Lager". Die Betroffenen leben laut der Ordensfrau teilweise in Wohnungen unter Umständen, die sie als "völlig unhygienisch und elend" beschreibt.
Kliniken versorgen hunderte Patienten
Auf spanischer Seite stieg derweil die Zahl der medizinischen Behandlungen in Ceuta in den vergangenen 24 Stunden wieder an. Das zuständige Universitätsklinikum behandelte 322 Personen, wovon 32 stationär aufgenommen wurden. Die Gesamtlage in der Region bleibt angespannt: Zwei Wochen nachdem mehr als 70.000 Menschen die Grenze überquert hatten, leben laut Berichten noch immer rund 5.000 Menschen ohne Unterkunft auf den Straßen der Stadt.