Nach Migranten-Sturm

Chaos in Ceuta: "Es ist wie in einer Apokalypse"

Viele Migranten sitzen auf dem Boden, ein Polizist steht daneben, im Hintergrund Polizeifahrzeuge.
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Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta bleibt nach dem massenhaften Grenzansturm angespannt.
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Obwohl Polizei und Militär weiterhin nach Migranten suchen, die nach Marokko zurückgebracht werden sollen, verstecken sich zahlreiche Menschen in den bewaldeten Hügeln und an den Stränden rund um die Stadt. Nach Angaben der spanischen Behörden waren innerhalb weniger Tage rund 60.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta gelangt.

Viele Menschen sitzen und stehen dicht gedrängt an einem Strand nahe dem Wasser in Ceuta, Spanien.
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Viele der Migranten wollen einer Rückführung entgehen und harren deshalb tagelang in provisorischen Lagern aus, die sie aus Ästen und anderem Naturmaterial errichtet haben. Sie verlassen ihre Verstecke meist nur, um Lebensmittel zu besorgen oder sich am Strand zu waschen.

Viele junge Migranten sitzen auf einer Straße in Ceuta, einige unterhalten sich, andere ruhen sich aus.
e © EPA

Für die Anwohner verschärft sich die Situation zunehmend. In den Wäldern bleibt immer mehr Müll zurück, zudem berichten Bewohner von versuchten Einbrüchen und dem Versuch, leer stehende Gebäude zu besetzen. Ein Einwohner erklärte, Migranten hätten bereits versucht, "in drei Häuser einzudringen". Gleichzeitig wächst die Sorge vor Waldbränden, weil in den trockenen Hügeln Lagerfeuer entzündet werden könnten.

Schlepper aktiv

Auch in der Stadt selbst sorgt die Situation für Unmut. Ein Geschäftsinhaber sagte dem spanischen Fernsehsender RTVE: "Es ist wie in einer Apokalypse. Überall Menschenmassen. Man sieht so viele Menschen herumirren." Er kritisierte zudem, die Behörden seien "nicht in der Lage", das Chaos unter Kontrolle zu bringen.

Unterdessen nutzen Schleuserbanden die Lage offenbar weiter aus. Nach Berichten spanischer Medien bringen sie Migranten mit schnellen Motorbooten über die Straße von Gibraltar auf das spanische Festland. Die Polizei beobachtet nach eigenen Angaben wieder verstärkte Aktivitäten auf dieser Route.

Auch politisch sorgt die Krise für heftige Debatten. In Madrid demonstrierten Hunderte Menschen vor der marokkanischen Botschaft und warfen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez vor, Spaniens Grenzen nicht ausreichend zu schützen. Zusätzliche Kritik löste aus, dass Sánchez trotz der angespannten Lage seinen Sommerurlaub auf Lanzarote antrat und kurz zuvor in den sozialen Medien noch seine persönliche Spotify-Playlist veröffentlichte.

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