Einzigartiger Schatz

1.300 Jahre altes Gold – Mega-Fund im Urlauber-Paradies

Zwei Taucher finden unter Wasser ein goldenes Artefakt aus einem alten Schiffswrack.
© Hrvatski restauratorski zavod
Im beliebten Urlaubsland Kroatien haben Taucher einen einzigartigen Goldschatz geborgen. Vor der Insel Mljet stießen Forscher auf Relikte eines rund 1.300 Jahre alten byzantinischen Schiffswracks.
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Vor dem Küstenort Polače wird seit dem Jahr 2015 ein antikes Schiffswrack erforscht. In einer Tiefe von 32 bis 40 Metern haben Fachleute des Kroatischen Restaurierungsinstituts (HRZ) bis Juli dieses Jahres Bemerkenswertes ans Tageslicht gebracht. Insgesamt bargen sie in neun Forschungskampagnen mehr als 40 Goldobjekte aus dem Mittelmeer. Nach der sorgfältigen Reinigung bringen diese historischen Fundstücke rund 600 Gramm auf die Waage. Den Forschern zufolge ist dies die bisher größte Goldmenge, die jemals auf einem Schiffswrack in dieser Region gefunden wurde.

Zwei Taucher untersuchen antike Goldschätze am Meeresgrund eines alten Schiffswracks.
Zwei Taucher untersuchen antike Goldschätze am Meeresgrund eines alten Schiffswracks. © Hrvatski restauratorski zavod

Einzigartiger Goldschatz im Mittelmeer

Unter den wertvollen Gegenständen befinden sich vier vollständig erhaltene goldene Gürtelgarnituren. Die Schließen sind prunkvoll mit Smaragden, Rubinen und Perlen verziert.

Historischen Einordnungen zufolge gehörten solche Stücke zur typischen Kleidung hochrangiger byzantinischer Würdenträger und wurden in dieser luxuriösen Form an keinem anderen Unterwasserfundort im gesamten Mittelmeerraum entdeckt.

Wertvoller Siegelring und antike Münzen

Neben den edlen Gürteln entdeckten die Archäologen auch einen goldenen Siegelring, der das Bildnis eines Kaisers aus der Herakleios-Dynastie trägt. Ein derartiger Ring durfte damals ausschließlich von Personen aus der höchsten staatlichen oder militärischen Führungsebene getragen werden, um kaiserliche Dokumente offiziell zu beglaubigen.

Goldmünzen von vier Kaisern derselben Dynastie halfen dem Team zudem, den Untergang des Schiffes zeitlich auf das Ende des 7. oder den Beginn des 8. Jahrhunderts zu datieren. Unterstützt wird das kroatische Team dabei von internationalen Fachleuten, darunter Forscher der Stanford University in den USA.

Hinweise auf einen hochrangigen Diplomaten

Zusätzlich zu den Goldfunden stießen die Taucher auf eine große Menge an damaliger Handelsware. Sie fanden byzantinische Amphoren, Keramik, Gewichte für Handelswaagen, Bleibarren sowie Bronzegefäße und aus Elfenbein gefertigte Spielsteine und Würfel. Durch diese markante Kombination aus äußerst wertvollen persönlichen Gegenständen und gewöhnlicher Fracht gehen die Archäologen von einem besonderen Szenario aus: Möglicherweise befand sich ein hoher byzantinischer Staatsbeamter, Militärführer oder Diplomat an Bord, als das Schiff in der Bucht vor Unwettern Schutz suchte und sank. Einige der kostbaren Objekte könnten somit diplomatischen Zwecken gedient haben.

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