Hunderte verhaftet

Eskalation vor Ceuta: Polizei fängt Migranten ab

Migranten aus Subsahara-Afrika und dem Sudan versammeln sich nahe Fnideq (Castillejos), Marokko, bei dem Versuch, in die spanische Stadt Ceuta zu gelangen, 15. August 2026. Marokkanischen Sicherheitsquellen zufolge fanden die Versuche des Grenzübertritts in einem Berggebiet am Rande von Castillejos, südwestlich von Ceuta, statt.
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An der Grenze zu Ceuta eskalierte am Samstag die Lage. Die Polizei in Marokko stoppte hunderte Migranten und wies Reporter kurzerhand aus.
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In den frühen Morgenstunden des Samstags versuchten Hunderte Menschen, die Grenze nach Ceuta zu erreichen. Die Polizei in Marokko schritt rund drei Kilometer vor dem Übergang mit Tränengas und Schlagstöcken ein, wie die spanische Zeitung "El País" berichtet. Die Einsatzkräfte kesselten die Gruppe, die überwiegend aus Ländern südlich der Sahara stammte, ein und brachten sie mit Bussen in über 800 Kilometer entfernte Orte wie Ouarzazate.

Migranten aus Subsahara-Afrika und dem Sudan versammeln sich nahe Fnideq (Castillejos), Marokko, bei dem Versuch, in die spanische Stadt Ceuta zu gelangen, 15. August 2026. Marokkanischen Sicherheitsquellen zufolge fanden die Versuche des Grenzübertritts in einem Berggebiet am Rande von Castillejos, südwestlich von Ceuta, statt.
Migranten aus Subsahara-Afrika und dem Sudan versammeln sich nahe Fnideq (Castillejos), Marokko, bei dem Versuch, in die spanische Stadt Ceuta zu gelangen, 15. August 2026. Marokkanischen Sicherheitsquellen zufolge fanden die Versuche des Grenzübertritts in einem Berggebiet am Rande von Castillejos, südwestlich von Ceuta, statt. © EPA

Festnahmen und digitale Anstiftung

Insgesamt nahmen die Sicherheitskräfte 294 Personen fest, darunter 248 Migranten aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara sowie 46 Einheimische. Zusätzlich wurden 61 Menschen verhaftet, weil sie in den sozialen Medien zu dieser Masseneinreise aufgerufen hatten. Die Behörden kündigten an, künftig digitale Aufrufe genau zu beobachten, um "alle an der digitalen Anstiftung zur Massenmigration Beteiligten festzunehmen".

Marokkanische Polizisten beobachten Migranten auf einem Hügel nahe Castillejos.
Marokkanische Polizisten beobachten Migranten auf einem Hügel nahe Castillejos. © EPA

Journalisten aus der Stadt verwiesen

Nicht nur Migranten gerieten ins Visier der Behörden. Ein Vertreter des marokkanischen Innenministeriums soll Reporter der spanischen Sender "EFE" und "TVE" ohne eine genaue Begründung aus der Stadt Castillejos ausgewiesen haben. Ihnen wurde gedroht, ihre Ausrüstung zu beschlagnahmen, falls sie den Ort nicht unverzüglich verlassen würden.

Marokkanische Sicherheitskräfte stoppen und kontrollieren eine Gruppe von Migranten.
Marokkanische Sicherheitskräfte stoppen und kontrollieren eine Gruppe von Migranten. © EPA
Hunderte Migranten aus Subsahara-Afrika und dem Sudan versammeln sich in Fnideq bei dem Versuch, nach Ceuta zu gelangen, in Fnideq (Castillejos), Marokko, 15. August 2026. Marokkanischen Sicherheitsquellen zufolge ereignete sich der Vorfall in einem Berggebiet am Rande von Castillejos, südwestlich von Ceuta.
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Schutz in der Kirche

Etwa 16 Kilometer von der Grenze bei Melilla (zweite spanische Exklave an der nordafrikanischen Mittelmeerküste) entfernt, in Nador, der größten Stadt der Region mit 158.000 Einwohnern, sind keine Migranten aus Subsahara-Afrika auf den Straßen zu sehen. Hier finden einige geflüchtete Menschen abseits des Trubels Zuflucht in der katholischen Kirche im Ort. Dort werden etwa schwangere Frauen oder Opfer von Menschenhandel versorgt. Eine Nonne warnt eindringlich davor, dass die Menschen "in höchster Gefahr" schweben: "Schon ein einfaches Foto könnte sie in Lebensgefahr bringen." Offizielle Lager gibt es in der Region nicht mehr, denn: "Die Polizei duldet keine Lager". Die Betroffenen leben laut der Ordensfrau teilweise in Wohnungen unter Umständen, die sie als "völlig unhygienisch und elend" beschreibt.

Kliniken versorgen hunderte Patienten

Auf spanischer Seite stieg derweil die Zahl der medizinischen Behandlungen in Ceuta in den vergangenen 24 Stunden wieder an. Das zuständige Universitätsklinikum behandelte 322 Personen, wovon 32 stationär aufgenommen wurden. Die Gesamtlage in der Region bleibt angespannt: Zwei Wochen nachdem mehr als 70.000 Menschen die Grenze überquert hatten, leben laut Berichten noch immer rund 5.000 Menschen ohne Unterkunft auf den Straßen der Stadt.

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