Im österreichischen Eishockey steht ein möglicher Führungswechsel bevor: Ex-Bundeskanzler Christian Kern soll neuer Präsident des Österreichischen Eishockeyverbandes (ÖEHV) werden. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, hat sich eine Allianz aus Vereinen, Landesverbänden und prominenten Persönlichkeiten bereits formiert. Das Ziel ist die Ablöse des aktuellen Präsidiums rund um Präsident Klaus Hartmann.
Ausgangspunkt der Bewegung war die öffentliche Kritik des österreichischen Frauen-Nationalteams im August. Die Spielerinnen hatten unter anderem mangelnden Respekt sowie eine schlechte Organisations- und Kommunikationskultur im Verband beklagt. Daraufhin schlossen sich mehrere Klubs der ICE Hockey League – darunter der VSV, die Graz99ers, die Vienna Capitals und die Black Wings Linz – zu einer Interessensgruppe zusammen.
Team steht
Mittlerweile steht laut "Kleiner Zeitung" ein Team rund um Kern. Andreas Bierwirth, künftiger Generaldirektor der Casinos Austria, soll den Wirtschaftsausschuss übernehmen. Der frühere ORF-Sportkommentator Michael Berger ist für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation vorgesehen. Auch Philipp Trattner, ehemaliger oberster Sportbeamter des Bundes, gehört zur neuen Mannschaft.
Inhaltlich stehen bessere Bedingungen für das Frauen-Eishockey, Investitionen in die Infrastruktur, eine stärkere Nachwuchsförderung und eine engere Zusammenarbeit mit der ICE-Liga im Mittelpunkt. Zudem sollen die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Verbandes verbessert werden.
Noch im November könnte ein Antrag auf eine außerordentliche Generalversammlung eingebracht werden. Die Initiatoren hoffen allerdings auf einen Rücktritt des bisherigen Präsidiums ohne Kampfabstimmung. "Wir treten nicht gegen Personen an, sondern für den Sport", wird Berger von der "Kleinen Zeitung" zitiert. Ob Hartmann tatsächlich freiwillig den Weg freimacht, ist allerdings offen.