Zinserhöhung

EZB-Boss tanzt aus Reihe: Zins soll stark steigen

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EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir fordert straffere Geldpolitik und hält fest: "Die Zinspause war keine Ziellinie." Die Zinsen sollen laut ihm stark steigen, um die Inflation zu bremsen. Die Folge: Kredite werden teurer, die Wirtschaft entwickelt sich schwächer, die Teuerung sinkt.
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EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir plädiert für eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die hohe Inflation. "Für mich stellt sich zunehmend nicht mehr die Frage, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, sondern in welchem Umfang sie nötig sein werden", erklärte der slowakische Notenbankchef am Montag. Er gilt im 27-köpfigen EZB-Rat als Vertreter einer eher restriktiven Geldpolitik. Zuletzt hat die EZB trotz hoher Inflation den Leitzins konstant gehalten.

Märkte unterschätzen noch, was erforderlich ist

"Die Märkte unterschätzen möglicherweise noch, was erforderlich ist", warnte Kazimir. Es gehe nicht um eine einzelne Sitzung oder einen einzelnen Schritt, sondern um den Weg, der nötig sei, um die Inflation wieder auf den Zielwert zu bringen und dort zu halten.

Die EZB peilt eine Inflation von rund zwei Prozent an, die Jahresteuerung lag im September allerdings mit 3,8 Prozent fast doppelt so hoch.

"Wir sollten handeln, bevor sich hohe Inflation normal anfühlt"

Trotz dieser hartnäckig hohen Inflation hat die EZB den Leitzins vorerst konstant gehalten. Sie beließ den zum Steuern der Geldpolitik maßgeblichen Einlagensatz vorige Woche bei 2,50 Prozent. Die EZB rechnet jedoch damit, dass der Energiepreisschock die Inflation noch weiter antreiben wird, was nach Einschätzung der Finanzmärkte eine Zinserhöhung im Dezember wahrscheinlich macht.

"Die Pause von letzter Woche war keine Ziellinie", betonte Kazimir. "Wir sollten handeln, bevor sich eine hohe Inflation normal anfühlt."