Witziger Protest

Fans von Traditions-Klub verhöhnen eigene Mannschaft

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Der französische Traditionsklub Valenciennes schlittert sportlich wie wirtschaftlich immer tiefer in Richtung Viertklassigkeit.
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Die Nerven der Anhänger liegen nach monatelangem Misserfolg blank, doch statt wütender Randale wählten Teile der Fans am Donnerstagabend eine musikalische Form des Protests. Als die Heimmannschaft gegen Orléans bereits innerhalb der ersten zehn Minuten mit 0:1 ins Hintertreffen geriet – bereits das siebte Mal in den ersten zwölf Runden der laufenden Meisterschaft –, ertönte im Stadion plötzlich ein weltbekanntes Musikstück.

Aus den Fanreihen erklang die Melodie "Einzug der Gladiatoren" von Julius Fucik in der bekannten Bearbeitung von Louis-Philippe Laurendeau. Dieses Werk wird rund um den Globus traditionell als Erkennungsmelodie im Zirkus eingesetzt. Die bittere Botschaft an die eigenen Kicker auf dem Rasen war unmissverständlich: Die Darbietung gleicht einem Trauerspiel in der Manege. Zur Pause lag Valenciennes bereits mit 0:2 zurück, ehe im zweiten Durchgang immerhin noch der Ausgleich zum 2:2 gelang.

Für den 113 Jahre alten Traditionsverein aus dem Norden Frankreichs ist die aktuelle Lage dramatisch. Nach einem berühmten doppelten Aufstieg spielte Valenciennes in den 2000er- und 2010er-Jahren acht Spielzeiten lang ununterbrochen in der höchsten französischen Liga (Ligue 1). Seit dem Abstieg am Ende der Saison 2013/14 befindet sich der Verein jedoch in einem scheinbar unaufhaltsamen Abwärtstrend.

Absturz geht weiter

Mittlerweile absolviert die Mannschaft bereits ihre dritte Spielzeit in der dritthöchsten Liga, der sogenannten Ligue 3 (zuvor als Championnat National bekannt). Mit der aktuellen Ausbeute verzeichnet der Klub den zweitschlechtesten Saisonstart seit dem Abschied aus dem Oberhaus vor über zehn Jahren. Nach der Punkteteilung am Donnerstag belegt das Team lediglich Rang 15 in der Tabelle.

Neben den sportlichen Problemen leidet der Verein auch abseits des Spielfelds unter schwindendem Rückhalt. Der Schnitt von nur 4.763 Zuschauern pro Heimspiel markiert den schlechtesten Wert seit mehr als 20 Jahren, rechnet man die Einschränkungen während der Corona-Pandemie heraus.