70 Torschüsse, null Tore! Nottingham Forest trifft im eigenen Stadion einfach nicht mehr. Und für Oliver Glasner (52) könnte es bald noch schlimmer kommen. In England wird bereits über das Aus des Oberösterreichers spekuliert. Der "Guardian" bringt einen Trainerwechsel während der bevorstehenden Länderspielpause ins Spiel. Ausgerechnet jetzt kommt Manchester City (Sa., 18.30 Uhr, live bei Sky und im Sport24-Liveticker).
Glasners Bilanz vor dem Kracher: ein Sieg aus neun Ligaspielen, Platz 19. Die kritischen Stimmen werden wird immer lauter: Wie lange schaut Klubbesitzer Evangelos Marinakis noch zu?
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70 Torschüsse, kein Heimtor
Diese Statistik ist kaum zu glauben: In vier Premier-League-Heimspielen brachte Forest keinen einzigen Ball im gegnerischen Tor unter. 62 Abschlüsse, davon gerade einmal neun aufs Tor. Nimmt man das Ligapokalspiel dazu, sind es sogar 70 Schüsse ohne Heimtreffer.
Der "Guardian" hat sich die Zahlen genauer angesehen. Das Problem ist demnach nicht nur mangelnde Treffsicherheit. Forest kommt trotz vieler Abschlüsse viel zu selten zu wirklich guten Chancen.
Für Glasner wird die Torflaute zum nächsten Problem in einer ohnehin verkorksten Saison.
Glasner warnt: »Sechste Trainer wird kommen« ...
Die Zeitung zählt Glasner zu fünf Premier-League-Trainern, die nach der Länderspielpause möglicherweise nicht mehr im Amt sein könnten und hält sowohl einen freiwilligen Rückzug als auch eine Entlassung durch Klubbesitzer Marinakis für denkbar.
Der Grieche hat in Nottingham bereits mehrfach Trainer ausgetauscht. Glasner ist der fünfte Coach innerhalb von etwas mehr als einem Jahr.
Nach dem jüngsten 0:2 gegen Brentford hatte der Oberösterreicher selbst eine bemerkenswerte Warnung ausgesprochen.
"Wenn die Spieler mitziehen, glaube ich, dass wir die Wende schaffen können. Wenn nicht, wird der sechste Trainer kommen."
Die Ansage schlug in England hohe Wellen. Doch Glasner will von einem Angriff auf seine Spieler nichts wissen.
... und wehrt sich nach Wutrede
"Ich habe niemanden direkt angegriffen", stellte er gegenüber Sky Sports klar.
Der frühere Crystal-Palace-Trainer erklärte, dass er nach den vielen Rückschlägen nicht jede Woche dieselben Ausreden für vergebene Chancen und individuelle Fehler liefern könne. Er müsse die Probleme offen ansprechen.
Und tatsächlich scheint seine Kritik intern besser angekommen zu sein als außerhalb des Klubs.
Sky berichtet unter Berufung auf Klubquellen, dass Teile der Vereinsführung Glasners deutliche Worte sogar begrüßt hätten. Laut Telegraph stellten sich auch die Spieler bei einer Aussprache hinter ihren Trainer.
Jetzt wartet auch noch Haaland
Als wäre die Krise nicht schon groß genug, kommt nun Manchester City in den City Ground. Allerdings steckt auch der Vizemeister in Schwierigkeiten. Die Mannschaft von Enzo Maresca verlor zuletzt gegen Aston Villa und Brighton. Drei Premier-League-Pleiten hintereinander gab es bei City zuletzt 2016.
Einer dürfte Glasner trotzdem besonders beschäftigen: Erling Haaland. Der Norweger schoss City unter der Woche mit seinem Treffer in der 78. Minute zum 3:2 gegen RB Leipzig. Allerdings wartet der Torjäger seit vier Einsätzen gegen Forest auf einen Treffer.
Glasner hat dazu neue Personalsorgen. Nicolas Dominguez fällt nach einem Rückschlag bis zu acht Wochen aus. Igor Jesus konnte dagegen wieder die gesamte Woche trainieren.
Und dann kommt die Länderspielpause. Genau jenes Zeitfenster, in dem der "Guardian" eine mögliche Entscheidung über Glasners Zukunft sieht.
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