In Japan

Fast 4 Meter! "Crabzilla" ist die größte Krabbe der Welt

© Getty Images
Wer an Krabben denkt, hat meist handtellergroße Schalentiere vor Augen, doch in den Tiefen des Pazifiks existiert ein Rekordhalter der Superlative.
Zur Vollversion des Artikels

Mit einer gewaltigen Spannweite von bis zu 3,7 Metern ist die Japanische Riesenkrabbe die mit Abstand größte lebende Krebsart unseres Planeten.

Das wissenschaftlich als Macrocheira kaempferi bekannte Tier gehört zur Familie der Spinnenkrabben. Aufgrund ihres markanten Körperbaus und der überlangen Extremitäten trägt die Art im englischen Sprachraum die Bezeichnung "japanese spider crab". Im deutschen Sprachgebrauch wird sie häufig auch treffend als Riesenseespinne bezeichnet.

Der eigentliche Körper wirkt im Vergleich zur ausladenden Beinspannweite fast zierlich:

  • Spannweite: Bis zu 3,7 Meter von Scherenspitze zu Scherenspitze
  • Körperpanzer (Carapax): Lediglich rund 40 Zentimeter in der Breite
  • Körperbau: Schlanke, extrem gestreckte Gliedmaßen, die den Großteil der Gesamtlänge ausmachen
  • Verbreitungsgebiet: Vor den Küsten Japans sowie in Teilen der Gewässer vor Taiwan
  • Bevorzugte Wassertiefe: Überwiegend zwischen 300 und 400 Metern

In diesem Lebensraum herrschen ganzjährig kühle Temperaturen und nahezu völlige Dunkelheit. Um in dieser extremen Umgebung zu überleben, hat sich die Art perfekt an den hohen Wasserdruck angepasst.

Unglaublicher Lebenszyklus

Trotz ihrer späteren Dimensionen beginnt die Existenz dieser Meeresbewohner erstaunlich fragil. Die Weibchen legen pro Fortpflanzungszyklus mehr als eine Million winzige Eier ab. Aus diesen schlüpfen mikroskopisch kleine Larven, die zunächst hilflos im Wasser treiben. In dieser frühen Lebensphase dienen sie zahllosen Meeresräubern als Nahrung, weshalb nur ein winziger Bruchteil überhaupt das adulte Stadium erreicht.

Überleben die Tiere die ersten kritischen Jahre, erwartet sie eine außergewöhnlich hohe Lebenserwartung. Biologen und Fachquellen gehen davon aus, dass die Exemplare problemlos mehrere Jahrzehnte alt werden können. Einige wissenschaftliche Schätzungen nennen sogar eine mögliche Lebensspanne von über 100 Jahren.

Wanderungen zur Fortpflanzung

Während die Krabben den Großteil ihres Lebens am schlammigen oder felsigen Meeresboden in 300 bis 400 Metern Tiefe verbringen, ändern sie ihr Verhalten zur Paarungszeit grundlegend. Für die Befruchtung steigen die Kolosse in flachere Meeresregionen auf.

Sobald der Fortpflanzungsakt abgeschlossen ist und die Larven freigesetzt wurden, treten die Tiere wieder den Rückzug an. Sie wandern eigenständig zurück in die geschützte, lichtarme Tiefe des Pazifiks, wo sie dank ihres harten Außenskeletts nur wenige natürliche Feinde fürchten müssen.