NEGATIV-REKORD
Fast 75 Prozent gehen krank arbeiten
Während die Zahl der Krankenstände rückläufig ist, gingen 2025 fast drei Viertel der oö. Beschäftigten krank arbeiten. "Krankenstände sind häufig die Folge von steigenden Belastungen und schlechten Arbeitsbedingungen. Daher braucht es bessere Arbeitsbedingungen, wirksame Prävention und eine deutliche Verkürzung der Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitssystem", so AK-Präsident Andreas Stangl der auch darauf hinweist, dass die Krankenstandstage sinken, obwohl sich die Gesundheitsversorgung deutlich verschlechtert hat und die Wartezeiten inakzeptabel lange sind. In OÖ betrug die durchschnittliche Krankenstandsdauer der ÖGK-Versicherten im Jahr 2025 15,4 Tage, ein leichter Rückgang zu 2024 (15,5 Tage). Auffällig sind deutliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbranchen: Besonders hohe Werte zeigen sich in Berufen, die durch hohe körperliche Belastung oder psychische Anforderungen geprägt sind. Dabei weisen die Arbeitskräfteüberlassung mit durchschnittlich 21 Krankenstandstagen und der Bereich Post-, Kurier- und Expressdienste mit 20,7 Tage die höchste Anzahl auf. "Ein klarer Hinweis auf die belastenden Arbeitsbedingungen in diesen Bereichen", so Stangl.
Ein Fünftel hat starken Arbeitsdruck
Mehr als ein Viertel (fast 27 %) der Arbeitnehmer fühlt sich einer (starken) Belastung durch Zeitdruck ausgesetzt und mehr als ein Fünftel (21 %) gibt an, durch Arbeitsdruck (stark) belastet zu sein. Arbeitsdruck und Präsentismus stehen in engem Zusammenhang: 94 % der Personen, die sich durch Arbeitsdruck (stark) belastet fühlen, gehen trotz Krankheit zur Arbeit. Bei Beschäftigten mit geringer oder keiner Belastung liegt dieser Anteil mit 66 % deutlich niedriger.