Knallhart-Forderung

Ferienwohnungen auf Mallorca sollen verboten werden

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Auf Mallorca wird der bezahlbare Wohnraum immer weniger. Nun fordert der neue Mieterverband die Abschaffung von Ferienwohnungen.

In der Tourismus-Hochburg Mallorca schrumpft der bezahlbare Wohnraum für die Bevölkerung. Ein neuer Mieterverband hat eine klare Ursache gefunden: Ferienwohnungen. Sie fordern, dass Ferienwohnungen auf der Balearen-Insel abgeschafft werden sollen.

Mallorca zählt mittlerweile zu den teuersten Orten Spaniens. Die aktuellsten Zahlen von Engel & Völkers zeigen, dass allein in Palma de Mallorca pro Quadratmeter und Monat rund 19,20 Euro bezahlt wird. Das sind zwei Euro mehr als noch 2024. Somit kostet eine Wohnung mit 80 Quadratmetern über 1500 Euro. Ein durchschnittliches Gehalt auf Mallorca liegt nur knapp drüber.

"Der Anteil der Menschen mit nur einer Wohnung sinkt"

Óscar Martínez, Sprecher des neuen Verbands "Sindicat de Llogateres de Mallorca", erklärt gegenüber der Lokalzeitung "Diario de Mallorca": "Wir haben rund um den Wohnraum derart spekulative Dynamiken geschaffen, dass wir beim Festlegen der Preise den Verstand verloren haben." Der Verband ist schon in anderen spanischen Regionen aktiv, auf Mallorca seit Mai.

Martínez sagt: "Der Anteil der Menschen mit nur einer Wohnung sinkt, während die Zahl derjenigen, die fünf, sechs oder sieben besitzen, schnell steigt." Der Sprecher hat einige Maßnahmen vorbereitet. Unter anderem fordert Martínez, den Kauf von Zweitwohnungen zu besteuern sowie den Ersterwerb zu erleichtern.

Paris und Barcelona einen Schritt weiter

Er betont, dass Wohnungen für die Bewohner da sein müssen. Martínez fordert: "Deshalb glauben wir, dass man versuchen muss, Ferienwohnungen abzuschaffen. Wir müssen Stadtviertel und Dörfer zurückgewinnen; es gibt bereits genug Raum, der dem Tourismus gewidmet ist." Damit meint er wohl, dass Touristen ja auch in Hotels übernachten können."

Doch sind derartige Verbote laut dem EU-Gesetz überhaupt erlaubt? Sie prüfen solche Maßnahmen einzeln. Etwa in Paris hat die EU ein strenges Gesetz gegen Ferienwohnungen durchgelassen. In der französischen Hauptstadt müssen Vermieter seit Jänner 2025 mehr Steuern zahlen, Pariser dürfen ihren Hauptwohnsitz nur noch für maximal 90 Tage vermieten und Zweitwohnungen können nur mit einer Genehmigung als Ferienwohnungen vermietet werden.

Barcelona ist einen Schritt weiter als Mallorca. Dort soll es in der Zukunft keine Ferienwohnungen mehr geben. Ab 2028 werden die Lizenzen für die Kurzzeitvermietungen nicht mehr verlängert. Damit sind Ferienwohnungen abgeschafft. Das oberste Gericht in Spanien unterstützt die Vorschläge, aber die EU hat bisher keine Entscheidung zu den Plänen von Barcelona getroffen.