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Fertig-Spaghetti-Bolognese im Test: Kühlregal-Pasta enttäuscht

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Wenn die Mittagspause kurz ist oder am Abend die Zeit zum Kochen fehlt, sind Fertiggerichte aus dem Supermarkt für viele Menschen eine willkommene Lösung. Eine aktuelle Untersuchung der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt nun jedoch ein ernüchterndes Bild bei gekühlten Fertiggerichten: Neun geprüfte Pasta-Bolognese-Produkte schnitten im besten Fall mittelmäßig ab und weichen massiv vom traditionellen italienischen Vorbild ab.
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Schnell eine Portion Spaghetti Bolognese aus dem Supermarkt in die Mikrowelle schieben und schon wartet der italienische Pasta-Traum – so stellen sich viele ihr schnelles Mittagessen vor. Doch ein schonungsloser Test der Arbeiterkammer Oberösterreich holt Nudelliebhaber nun brutal auf den Boden der Tatsachen zurück: Bei neun getesteten Fertiggerichten aus dem Kühlregal herrscht regelrechter Frust am Teller.

Die Konsumentenschützer nahmen die beliebten Fertig-Klassiker genau unter die Lupe. Das Fazit der Experten ist vernichtend, denn die Produkte sind bestenfalls mittelmäßig und haben mit dem italienischen Originalklassiker kaum noch etwas zu tun.

Zucker, Dextrose und Schweinegelatine in der Sauce

Ein italienischer Küchenchef würde bei diesem Anblick die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Während ein traditionelles Ragù aus hochwertigem Faschierten, Gemüse, Pancetta, feinem Olivenöl, Tomaten und Wein stundenlang schonend einköchelt, herrscht bei den Industrie-Packungen die Sparflamme:

  • Pancetta, Wein, Brühe und natives Olivenöl fehlen in den Saucen komplett.
  • Als Bindemittel kommen Mehl, verschiedene Stärkearten, das Verdickungsmittel Xanthan und sogar Schweinegelatine in die Sauce.
  • Bei der Würze wird massiv mit Zucker, Dextrose, Maltodextrin und künstlichen Aromen nachgeholfen.
  • In den Zutatenlisten tauchen skurrile Zusätze wie Shiitakepilze, Hühnerfleischextrakt, Apfelessig und Zitronensaft auf.

Besonders drastisch: Gleich in vier Produkten fanden sich künstliche Säuerungs- und Konservierungsmittel. Bei einem Hersteller ging die Trickserei sogar so weit, dass Verdickungsmittel und Konservierungsstoffe direkt in den Teig der Nudeln gemischt wurden.

Viele Kalorien und Fleisch aus unbekannter Herkunft

Auch die Nährwerte haben es in sich und können schnell zur Kalorienfalle werden. Die Packungsgrößen reichen von handlichen 330 Gramm über 460 Gramm schwere XXL-Schalen bis hin zum Ein-Kilo-Bottich für die Familie. Je nach Gericht verdrückt man mit einer Mahlzeit zwischen 314 und 580 Kilokalorien – das sind auf einen Schlag bis zu 29 Prozent des gesamten Tagesbedarfs. Beim Nutri-Score reichte es bei vier Packungen immerhin für ein B, fünf Produkte rutschten auf die Note C ab.

Beim Fleisch greift erfreulicherweise der Großteil auf Rind oder gemischtes Faschiertes zurück. Ein Hersteller setzt jedoch ausschließlich auf billiges Schweinefleisch. Noch fragwürdiger ist die Transparenz: Während fünf Erzeuger auf heimisches Fleisch aus Österreich setzen und zwei Produzenten Fleisch aus Deutschland oder der EU verwenden, schweigen zwei Hersteller die Herkunft des Fleisches tot.

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Kein Biss und kalte Küche: Flop beim Gaumentest

Wer auf herrlich bissfeste Pasta und eine fruchtige Sauce hofft, wird enttäuscht. Das Testergebnis bei der Verkostung grenzt an ein Desaster: Bei keinem einzigen Gericht waren die Spaghetti al dente. Bei mehr als der Hälfte der Produkte zerfielen die Nudeln zu einem unappetitlichen Brei. Bei einem Drittel der Gerichte geizten die Hersteller zudem bei der Sauce, die zudem oft fad und ungewürzt schmeckte. Die Krönung lieferte ein Produkt bei der Zubereitung: Trotz punktgenauer Befolgung der Mikrowellen-Anleitung blieb das Essen lauwarm. Wer echten Genuss sucht, kocht seine Pasta weiterhin lieber selbst.