Das Boot traf die Jugendliche mit seinem 85-PS-Außenbordmotor. Das Mädchen erlitt mehrfache Knochenbrüche, verlor wegen des Schocks das Bewusstsein und drohte zu ertrinken. Ein 16-jähriger Freund, der dem Boot in letzter Sekunde ausweichen konnte, rettete ihr das Leben, indem er sie über Wasser hielt. Beherzte Badegäste zogen die Schwerverletzte an Land. Ein Rettungshubschrauber brachte sie unter der höchsten Notfallstufe "Codice Rosso" in eine Klinik, wo Ärzte später Entwarnung geben konnten.
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Video belegt die Kollision
Ein aufgetauchtes Video zeigt, wie der Schleuser mit voller Geschwindigkeit auf eine rote Boje zusteuerte, neben der die Jugendlichen schwammen. Er drehte bei, weil er bemerkt haben musste, dass er einen Menschen überfahren hatte, da Hände aus dem Wasser ragten. Danach beging der 28-jährige Schleuser nach Erkenntnissen der Polizei Fahrerflucht. Statt zu helfen, steuerte er einen Strand einige Buchten weiter an, wo die 14 Migranten an Land gingen.
Festnahme durch die Polizei
Die Algerier kamen jedoch nicht weit. Aus der Luft wurden sie mit Kameras der Küstenwache verfolgt und von Polizisten festgenommen. Sie trugen keine Papiere bei sich. Der Schleuser behauptete gegenüber den Ermittlern, nichts von dem Zusammenprall bemerkt zu haben, landete jedoch im Gefängnis. Auch die 13 Mitfahrer – allesamt junge, gesunde Männer – wurden festgenommen. Dem Steuermann werden Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie schwerste Körperverletzung vorgeworfen.
Hintergrund zur Situation auf Sardinien
Insgesamt registrierten die Behörden auf Sardinien in diesem Jahr 1366 Bootsflüchtlinge aus Algerien, die in den Sommermonaten die Südküste erreichen. Im Norden der Insel kreuzen derweil die Yachten der Superreichen vor der Costa Smeralda, wo auch Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni mit ihrer Tochter einen Kurzurlaub verbrachte. Der Ansturm auf Italiens Küsten hat zuletzt nachgelassen: Bislang erreichten in diesem Jahr 18.003 Migranten über die Mittelmeer-Route Italien, was einen Rückgang von 55 Prozent zum Vorjahr darstellt. Der Großteil kommt weiterhin über Libyen, zuletzt primär aus Bangladesch, Somalia und dem Sudan.