Die Geschichte begann im Jahr 2004. Damals ließ sich Christina Rapti-Tzelepi künstlich befruchten. Der erste Versuch war erfolgreich – sie bekam einen Sohn. Weitere Embryonen wurden für eine mögliche spätere Schwangerschaft eingefroren.
Dann änderte sich das Leben der Familie dramatisch. Im Oktober 2025 starb Christinas Sohn im Alter von 21 Jahren bei einem Verkehrsunfall.
Nach dem schweren Verlust entschloss sich die Mutter dazu, einen der seit 2004 eingefrorenen Embryonen einsetzen zu lassen. Gleichzeitig war die Zeit knapp: Mit 54 Jahren hatte sie in Griechenland das gesetzliche Höchstalter für eine künstliche Befruchtung erreicht.
"Trauer und Freude begleiteten uns"
Am 9. September 2026 kam schließlich ihre Tochter zur Welt. Das Mädchen heißt Georgia und wog bei der Geburt 3,49 Kilogramm.
"Trauer und Freude begleiteten uns. Aber heute Morgen war alles vergessen, als wir unsere Kleine im Arm hielten", sagte Christina einem griechischen Sender.
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Für die Familie ist Georgia damit nicht nur ein neues Kapitel, sondern auch mit einer bewegenden Geschichte verbunden. Wenn ihre Tochter ihren 18. Geburtstag feiert, wird ihre Mutter bereits über 70 Jahre alt sein.
Auch Christinas Ehemann äußerte sich nach der Geburt. Er sprach sich für eine Abschaffung der Altersgrenze bei künstlichen Befruchtungen in Griechenland aus. Seiner Ansicht nach könnten auch ältere Frauen ihren Kindern viel Liebe und Stabilität geben.
Ärzte sprechen von Weltrekord
Die behandelnden Ärzte in Athen sehen in dem Fall einen möglichen Weltrekord. Nach Angaben griechischer Medien soll bislang kein Embryo so lange eingefroren gewesen sein, bevor daraus eine Lebendgeburt entstand.
Die Klinik verweist dabei auf eine eigene Auswertung wissenschaftlicher Fachliteratur. Demnach lagen die bisherigen Fälle bei 18 Jahren und drei Monaten in Japan sowie 17 Jahren in Israel.
Allerdings gibt es einen deutlich älteren dokumentierten Fall aus den USA: Am 26. Juli 2025 wurde dort Thaddeus Daniel Pierce geboren. Sein Embryo war bereits 1994 entstanden und rund 31 Jahre lang eingefroren. Das Fachmagazin "MIT Technology Review" bezeichnete ihn deshalb als das "älteste Baby der Welt".
Der Fall aus Athen ist damit zwar außergewöhnlich – der behauptete Weltrekord ist jedoch umstritten.