Mehr als hundert Menschen versammelten sich am Sonntag zu Allerheiligen am Wiener Zentralfriedhof, um der Opfer des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus zu gedenken. Der traditionelle Gedenkmarsch erinnerte an jene Frauen und Männer, die sich den beiden Diktaturen widersetzt hatten und dafür verfolgt, eingesperrt oder ermordet worden waren. Zugleich stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Demokratie und Menschenrechte heute schützen lassen.
Ludwig warnt vor Verlust der Demokratie
"Was erkämpft wurde, kann auch wieder verloren gehen", mahnte Bürgermeister und SPÖ-Wien-Chef Michael Ludwig. Die Geschichten der Widerstandskämpfer müssten auch künftigen Generationen in Erinnerung bleiben. Angesichts zunehmender Kriege und autoritärer Tendenzen gelte es, Frieden, Freiheit und Menschenrechte zu verteidigen.
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Sozialpartnerschaft und Dialog als Grundlage
Dabei verwies Ludwig auf die über Jahrzehnte gewachsene Kultur des Dialogs in Wien. "Sie stützt sich auf eine starke Sozialpartnerschaft, auf den Wiener Religionsrat und auf eine klare Absage an jede Form von Gewalt und Radikalismus. Mit der Wiener Demokratie-Strategie und dem Büro für Mitwirkung entwickeln wir diese Kultur gezielt weiter“, so Ludwig.
Neumayer sieht Auftrag für die Gegenwart
Auch SPÖ-Wien-Landesparteisekretär Jörg Neumayer betonte die Bedeutung des Gedenkens für die heutige Politik. "Während andere Ängste schüren, arbeiten wir in Wien jeden Tag dafür, dass alle Menschen hier eine Perspektive haben", erklärte Neumayer. Darin sieht er eine Verpflichtung, die der Widerstand gegen Austrofaschismus und Nationalsozialismus hinterlassen habe.