Seit 2020

Fünfmal mehr Polizei-Einsätze in Wiener Bädern

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Wie aktuelle Zahlen der Stadt Wien belegen, hat sich die Sicherheitslage in den städtischen Bädern innerhalb weniger Jahre deutlich verschlechtert.
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Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, platzen Wiens Bäder oftmals aus allen Nähten. Was für die Betreiber ein gutes Geschäft bedeutet, ruft auf der anderen Seite die Behörden auf den Plan. Denn: Während 2020 noch 19 Polizeieinsätze in den städtischen Bädern registriert wurden, waren es 2025 bereits 96. Allein heuer wurden bereits 42 Einsätze registriert.

Besonders die Entwicklung bei schweren Grenzverletzungen ist besorgniserregend. Nach fünf Fällen im Jahr 2020 waren es im Vorjahr satte 21. Mitte dieses Jahres liegt eben dieser Wert schon bei 19 und damit beinahe auf dem Niveau von 2025.

Auch bei Haus- und Badeverboten schießen die Zahlen nach oben. Von 2020 bis 2026 wurden 194 Verbote ausgesprochen. Fast die Hälfte davon, nämlich 96 Fälle, galt unbefristet. Auf die ausdrückliche Frage der ÖVP an die Stadt Wien, wie sichergestellt werde, dass Personen mit Haus und Badeverbot nicht wieder Zutritt erhalten, bekam sie zur Antwort: "[Es] kann eine Verweigerung des Zutritts [...] nicht zu jeder Zeit bzw. lückenlos gewährleistet werden."

Verhaltenskodex seit April

Die aktuellen Zahlen zeigen jedenfalls deutlich: Das Thema Sicherheit in Wiens Bädern beschäftigt die Stadt mehr denn je. Spannend: Im April dieses Jahres hat die Stadt Wien den Verhaltenskodex "Code of Conduct" eingeführt, der regeln soll, wie mit Grenzverletzungen, Belästigungen und Übergriffen umzugehen ist.

"Die Zahlen sind ein deutliches Alarmsignal: Die Polizeieinsätze in den Wiener Bädern haben sich seit 2020 verfünffacht, und bereits bis Mitte 2026 wurden fast so viele schwere Grenzverletzungen registriert wie im gesamten Vorjahr. Besonders alarmierend ist, dass Frauen und Mädchen einen großen Teil der erfassten Opfer ausmachen. Gerade sie müssen sich in den Wiener Bädern sicher bewegen können und bestmöglich vor Belästigung und Übergriffen geschützt werden", erklärt Bäder- und Frauensprecherin Gemeinderätin Sabine Keri (ÖVP).

"Umso bedenklicher ist, dass die Stadt gleichzeitig selbst einräumt, ausgesprochene Haus- und Badeverbote nicht lückenlos durchsetzen zu können. Ein Badeverbot, dessen Einhaltung nicht sichergestellt werden kann, verliert einen wesentlichen Teil seiner Wirkung. Klare Regeln müssen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch konsequent durchgesetzt werden. Hier muss die Stadt dringend nachbessern", so Keri weiter.