Beschwerde

Gefahr für Touristen: E-Oldtimer-Wahnsinn in Wien

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In der Wiener Innenstadt nimmt die Zahl der Fahrten mit elektrischen 10-km/h-Fahrzeugen rasant zu. Ludwig Richard, Obmann der Wiener Autobusunternehmen warnt davor.
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"Wir haben an einem Wochenende 256 solcher Fahrten gezählt. Das sind vier Mal so viele als noch vor drei Jahren. Dabei wissen die Touristen, die mit diesen Fahrzeugen unterwegs sind, gar nicht in welche Gefahr sie sich begeben", sagt Ludwig.

Ursache soll eine weitreichende Gesetzeslücke sein: Da die sogenannten E-Oldtimer rechtlich als Fuhrwerke gelten, sind sie von der Kennzeichen- und Haftpflichtversicherungspflicht befreit. Gelenkt werden dürfen sie bereits ab 16 Jahren – ohne Führerschein, ohne Kenntnis der Verkehrsregeln und mit bis zu 0,8 Promille Alkohol. Gurtpflicht und Handyverbot am Steuer entfallen, selbst wenn mehr als acht Fahrgäste befördert werden.

Autobusunternehmen mit geeinter Forderung

Richard kritisiert dies scharf: "Es kann also passieren, dass ein 16-Jähriger völlig legal zwei Bier trinkt und dann mit zwölf unangeschnallten Touristen über den Ring fährt, während er mit dem Handy telefoniert und nicht weiß, dass er vor einem Zebrastreifen anzuhalten hat. Das ist Wahnsinn." Die Autobusunternehmen fordern, die Lücke umgehend zu schließen. "Diese elektrischen Fahrzeuge sind genauso Kraftfahrzeuge wie alle anderen mit Antrieb", so Richard. Er verlangt eine Kennzeichen-, Versicherungs- und Führerscheinpflicht sowie eine gewerbliche Konzession zur Personenbeförderung für mehr Sicherheit und fairen Wettbewerb.

Weiters dürfte der rasante Anstieg des E-Oldtimer-Angebots auch das Geschäft der Autobusunternehmen gefährden, die ebenso Stadtrundfahrten anbieten. Hinter der Forderung der Busunternehmen dürfte vermutlich also auch ein zweites Interesse stehen.