1. WM-Spiel
Geheimplan: So will Rangnick Jordanien knacken
San Francisco. Endlich geht die WM auch für Österreich los! Für alle Daheimgebliebenen heißt es heute: Früh schlafen gehen, Wecker stellen! Damit Sie morgen um 6 Uhr beim Anpfiff der ÖFB-Auftaktpartie gegen Jordanien (ORF 1 live) hellwach sind. Was die Ausgangsposition betrifft, hatte Teamchef Ralf Rangnick schon nach der Auslosung gemeint: "Gegen Jordanien sollten wir schon gewinnen." Auch wenn Österreich gegen die Nr. 64 der FIFA-Weltrangliste klarer Favorit ist, warnt Rangnick: "Jordanien ist nur für diejenigen, die sich nicht damit beschäftigt haben, ein leichter Gegner." Man könne das Team aus dem Nahen Osten nicht mit San Marino (verlor in der WM-Quali 0:10 gegen Österreich, d. Red.) vergleichen. Rangnick: "Das ist alles andere als Laufkundschaft, gegen die man im Vorbeigehen gewinnt."
Die Jordanier gelten als taktisch diszipliniert, ihre Dreier- bzw. Fünferkette ist schwer zu knacken. Laut Rangnick wollen sie "den Gegner anlocken und dann freie Räume nützen." Im Spiel nach vorne versuchen sie durch schnelle Konter, Nadelstiche zu setzen. Schlüsselspieler ist dabei "Jordaniens Messi" Mousa Al-Tamari (s. S. 22).
Ein Sieg über den WM-Debütanten würde bereits vor den weiteren Gruppe-J-Partien gegen Argentinien und Algerien einen großen Schritt Richtung Sechzehntelfinale bedeuten. Rangnick: "Wir wissen um die Bedeutung des Spieles und werden es entsprechend angehen."
Wer ersetzt verletzten Cristoph Baumgartner?
Bei Aufstellung und Taktik lässt sich Rangnick nicht in die Karten blicken. Sein Geheimplan ist mit Bayern-Star als linkem Außenverteidiger. Als Ersatz-Kandidaten für den verletzten Christoph Baumgartner gelten Carney Chukwuemeka, Paul Wanner oder Sasa Kalajdzic, der auch als Solospitze infrage kommt – oder Marko Arnautovic darf von Beginn an versuchen, gegen den Außenseiter sein Torkontingent zu erhöhen. Michael Gregoritsch, der mit seinem Tor zum 1:1 gegen Bosnien das Tor zur WM aufgeschossen hatte, dürfte eine Joker-Rolle zukommen. Rangnick: "Wir werden keine Dankbarkeitsentscheidungen für Verdienste in der Vergangenheit treffen." In erster Linie gehe es darum, "wer in Form ist."
Rangnick ist übrigens der erst zweite Trainer, der bei WM- UND EM-Spielen auf der ÖFB-Bank sitzt (nach Josef Hickersberger bei WM 1990 und EM 2008). Wenn Österreich weit kommt, will der Schwabe auch den Text unserer Bundeshymne lernen: "Dann, könnte ich mir vorstellen, die Hymne ganz mitzusingen."