Unfassbarer Skandal
Geldwäsche-Verdacht gegen ganze Fußballmannschaft
In Deutschland sorgt ein unfassbarer Fall für Aufsehen: Statt auf dem Platz Tore zu schießen, soll eine komplette Fußballmannschaft in Geldwäsche verwickelt sein. Im Zentrum des Skandals steht der ehemalige Verbandsligist GU Türkischer SV Pforzheim aus Baden-Württemberg. Die Generalstaatsanwaltschaft hat gegen zwei Vereinsfunktionäre Anklage erhoben, wie "Bild" berichtet. Es geht um gewerbsmäßige Bandenhehlerei und Geldwäsche mit gestohlenem Gold im Wert von unglaublichen 50 Millionen Euro.
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Gestohlenes Gold im Schmelzofen
Die beiden inhaftierten Köpfe der Bande, darunter Ex-Vorstandsmitglied Eser G. (44) und ein 41-jähriger Funktionär, sollen den Klub für kriminelle Machenschaften missbraucht haben. Sie stehen im Verdacht, Diebesgut wie Gold, Silber und Platin angekauft und in Schmelzöfen im Landkreis Calw verarbeitet zu haben. Danach wurde es wieder verkauft. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Ausgerechnet Pforzheim, das als deutsche "Goldstadt" bekannt ist, wurde zum Schauplatz dieses riesigen Skandals. Die aus den schmutzigen Geschäften erzielten Bargeld-Erlöse sollen teilweise ins Ausland gebracht worden sein.
Bargeld im Koffer versteckt
Das illegale Geld sollte laut Ermittlern in die Türkei gebracht und dort gewaschen werden. Zöllner am Flughafen Stuttgart kontrollierten 29 Fußballer vor dem Abflug in ein Trainingslager und stellten dabei 215.000 Euro sicher. Die Spieler hatten jeweils Beträge zwischen 4.000 und 9.900 Euro in ihren Koffern versteckt. Bei einer Razzia im Raum Pforzheim wurden zudem weitere 220.000 Euro beschlagnahmt. Gegen 27 Kicker laufen Verfahren, neun weitere Personen sollen beim Handel mit dem Edelmetall mitgemischt haben.
Schulden nach der Insolvenz
Wann der Prozess vor dem Landgericht Mannheim beginnt, steht aktuell noch nicht fest. Der Verein ist mittlerweile insolvent und hat durch die Aberkennung der Gemeinnützigkeit massive finanzielle Probleme: Dem Finanzamt schuldet der Klub etwa 200.000 Euro. Auch die Stadt Pforzheim blieb auf 30.000 Euro Pachtzins für den Fußballplatz sitzen.