Sonneneruption
Gibt es am Wochenende Polarlichter über Österreich?
Am Dienstag kam es auf der Sonne zu einer starken Eruption, einem sogenannten Flare. Bei diesem Ausbruch, der zur stärksten Klasse X gehört, wurde eine große Menge an heißem Gas von der Sonne in den Weltraum abgestoßen. Es ereignete sich demnach ein koronaler Materieauswurf, eine Coronal Mass Ejection (CME). Dabei entweichen Milliarden Tonnen an Gas von der Sonne, die sich mit mehreren Hundert Kilometern pro Sekunde durch den interplanetaren Raum bewegen. Ob dieses elektrisch geladene Gas die Erde voll trifft oder am Ende eher nur am Rande streift, ist derzeit noch nicht gesichert.
US-Behörde gibt Prognose ab
Die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die das Geschehen auf der Sonne überwacht und Warnungen ausspricht, geht eher von einer mäßigen Anregung unseres Erdmagnetfelds aus. Nach den aktuellen Modellen des NOAA/Space Weather Prediction Center (SWPC) wird die Stoßfront eines CMEs die Erde am Freitag streifen. Für diesen Tag wird ein moderater geomagnetischer Sturm vorhergesagt, für Samstag nur ein schwacher. Ob und in welchem Ausmaß Mitteleuropa und die Alpenrepublik betroffen sein werden, bleibt offen und hängt stark von der exakten Einschlagsrichtung und dem lokalen Magnetfeldverlauf ab.
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Einstufung als X1.1-Flare
Sonneneruptionen werden je nach ihrer maximalen Intensität den Strahlungsklassen A, B, C, M und X zugeordnet. CMEs machen sich als Flares im elektromagnetischen Spektrum vom Radio- bis in den Röntgenbereich bemerkbar. Jede dieser Klassen ist mit den Ziffern 1 bis 10 nochmals unterteilt. Ein Flare mit der Bezeichnung X10 ist das stärkste Röntgenflare, der Ausbruch vom Dienstag wurde als X1.1-Flare klassifiziert. Trifft die von der Sonne ausgeworfene Materie auf das Erdmagnetfeld, so wird dieses verformt. Zudem können die geladenen Sonnenpartikel auf die obersten Schichten der Erdatmosphäre treffen und dort Sauerstoff und Stickstoff zum Leuchten anregen.
Bedingungen im Sommer schwierig
Ein Polarlicht entsteht, das meist grün oder rot erstrahlt. Derzeit sind die Bedingungen, Polarlichter von Österreich aus zu sichten, allerdings eher schlecht, denn dafür wird ein absolut dunkler Himmel benötigt. Im Hochsommer wird es in unseren Breiten nur für wenige Stunden wirklich dunkel. Daher müssen die angeregten Polarlichter weit in den Süden ausgreifen, um gut verfolgt werden zu können. Es wäre also ein großes Glück, wenn sich in den kommenden Tagen tatsächlich Polarlichter sichten ließen. Zurzeit befinden sich auf der Sonne zwei große Fleckengruppen, die mit einer geeigneten und intakten Sonnenfinsternisbrille sogar mit dem bloßen Auge sichtbar sind. Die Eruption am Dienstag ging von der oberen Gruppe mit der Nummer 4479 aus. Darunter befindet sich die Gruppe 4478, die bislang kaum Aktivität zeigt. In wenigen Tagen werden beide Gruppen durch die langsame Rotation der Sonne aus unserem Blickfeld verschwinden.