Wetterphänomen

Gigantischer Tornado über dem Bodensee gesichtet

© APA/swd-medien/Kraus
Ein riesiger Tornado über dem Wasser hat am Bodensee für Aufsehen gesorgt. Die enorme Wasserhose war weithin sichtbar und bot ein faszinierendes, aber auch beängstigendes Naturschauspiel.
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Am Mittwoch hat es gegen 13.10 Uhr vor dem Ufer von Friedrichshafen (Anm. deutsche Stadt am Ufer des Bodensees) einen mächtigen Wirbel über dem Wasser gegeben. Laut Berichten des Vorarlberger Newsportals "vol.at" blieb das Naturereignis nahezu 20 Minuten lang bestehen, bevor es sich wieder auflöste. Zahlreiche Menschen verfolgten das Spektakel direkt von der Uferpromenade aus und rannten teilweise aus den dortigen Restaurants und Geschäften ins Freie, um einen besseren Blick zu erhaschen, berichtet der "SWR".

Spektakel vor der Uferpromenade

Für viele Augenzeugen war es ein unvergesslicher Anblick. Webcams und Beobachter konnten einfangen, wie sich der außergewöhnlich breite Trichter in sicherer Distanz zum Ufer über den See bewegte. Ein weiterer Beobachter verglich den Anblick gegenüber dem Schweizer Portal "20min" mit einem Tornado aus dem Fernsehen und fürchtete kurzzeitig, der Wirbel könnte das Ufer erreichen und Schäden anrichten.

Seltenes Phänomen auf dem Bodensee

© Webcam/BSB Schifffahrt

Tatsächlich handelt es sich bei der beobachteten Wasserhose im Grunde um einen Tornado, der sich über einer Wasserfläche bildet. Das Phänomen entsteht durch warme, feuchte Luft, die aufsteigt, abkühlt und kondensiert. Kommen dann noch Winde in verschiedenen Höhenlagen dazu, entsteht die typische Rotation, aus der sich ein wirbelnder Aufwindschlauch – die Trichterwolke – formt. Derartige Ereignisse sind am Bodensee relativ selten und kommen im Schnitt nur zwei- bis dreimal pro Jahr vor, meistens erst im September bei höheren Wassertemperaturen oder im Zuge kräftiger Gewitter. Für Boote auf dem Wasser kann das allerdings durch starke Windböen, hohe Wellen und plötzliche Windwechsel durchaus gefährlich werden.