Casinos-Kritik

Glückspiel-Öffnung "höchst problematisch"

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Patrick Minar, der Managing Director der Casinos Austria, kritisiert das neue Glückspiel-Gesetz zur Marktöffnung.
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Die Ampel-Koalition hat sich nach monatelangem Ringen auf ein neues Glücksspielgesetz geeinigt. Der Markt soll geöffnet werden, mehrere Online-Lizenzen sind geplant. Während die Regierung von mehr Spielerschutz und höheren Steuereinnahmen spricht, schlagen die Casinos Austria Alarm. Konzernsprecher Patrick Minar ist im OE24-Interview mit einer vernichtenden Kritik an den Plänen aufgetreten und warnt vor einem "chaotischen Glücksspielmarkt".

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Der Entwurf sieht eine radikale Öffnung des Online-Marktes vor – sogar für Anbieter außerhalb Europas. Minar ist entsetzt: "Jene, die sich einen Dreck geschert haben um österreichische Rechtsprechung, die werden jetzt belohnt." Mit Blick auf die mögliche Lizenzvergabe an bisher illegale Anbieter aus Curaçao oder Makao kritisiert der Casino-Sprecher: "Man sagt ihnen auch noch, ihr könnt bis 31.12.26 auch noch illegal anbieten. Dann müsst ihr euch ordnungsgemäß verhalten, und dann bekommt man im Oktober eine Lizenz."

Einzahl-Limit treibt in Illegalität

Doch nicht nur die Öffnung für bisherige Gesetzesbrecher sorgt für Ärger. Minar ortet schwerwiegende Mängel beim Spielerschutz. Besonders brisant: Aus einem "Verlustlimit" von 1.680 Euro pro Monat soll laut Entwurf ein "Einzahllimit" werden. "Das ist etwas völlig anderes und ändert völlig die Spielsystematik", warnt Minar. Ein Spieler, der sich einen Gewinn auszahlen lasse, könnte bereits nach wenigen Tagen im Monat nicht mehr legal spielen. Die Folge sei vorprogrammiert: "Der Spieler wird nicht aufhören zu spielen, er wird in die Illegalität gehen."

"Das ist verantwortungslos"

Hinzu kommt das geplante Payment-Blocking, das Zahlungen an nicht lizenzierte Anbieter unterbinden soll. Minar hält die geplante Umsetzung für "verantwortungslos". Während andere Länder zwei bis zweieinhalb Jahre für die Implementierung solcher Systeme bräuchten, will Österreich alles in nur einem Jahr stemmen. "Einen Markt zu öffnen ohne all diese Mechanismen einer funktionierenden Aufsicht ist eigentlich verantwortungslos", so Minar im OE24-Gespräch.

Die geplante neue Glücksspielbehörde – ein zentraler Bestandteil der Reform – wird erst später kommen. Die Regierung hat offenbar erkannt, "dass sich das zeitlich einfach nicht ausgeht". Minar stellt die grundsätzliche Frage: "Warum man jetzt meint, unbedingt das Gesetz jetzt beschließen zu müssen?"

Während sich die Koalition von der Marktöffnung Milliarden-Steuereinnahmen erhofft, sagt Minar: "Es ist höchst zweifelhaft, dass diese Steuermilliarden auch tatsächlich fließen werden".

Die Uhr tickt: Die Konzessionen der Lotterien laufen bereits 2027 aus.  Minar bleibt bei seiner düsteren Prognose: "Ich fürchte, dass wir hier ab Oktober in einen sehr chaotischen Glücksspielmarkt hineinsteuern."