Hohe Temperaturen

Grüne fordern Hitzeschutzplan für Tiere

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Nach Alarmrufen aus dem Tierschutz erhöhen die Grünen den Druck auf die Stadt. Sie verlangen rasche Sofortmaßnahmen und langfristig einen eigenen Hitzeschutzplan für Tiere.
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Die Hitze macht nicht nur den Menschen zu schaffen. Auch für viele Wildtiere in Wien werden die hohen Temperaturen zunehmend zum Problem. Ehrenamtliche Tierschutzorganisationen würden laut den Grünen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, weil zahlreiche dehydrierte Tiere bei ihnen abgegeben werden. Besonders hart trifft die Gluthitze junge Vögel, Eichhörnchen und Igel.

So springen etwa junge Mauersegler aus purer Verzweiflung viel zu früh aus ihren Nestern, weil sich diese unter den aufgeheizten Dächern in tödliche Hitzefallen verwandeln. Die Grünen fordern deshalb von der Stadt einen eigenen Hitzeschutzplan für Wild- und Stadttiere.

Wasserstellen und sichere Nistplätze

Kurzfristig könnten laut den Grünen bereits einfache Maßnahmen helfen. "Vieles kann die Stadt jedoch sofort einfach und unbürokratisch umsetzen, etwa kleine flache Wasserstellen für Wildtiere in allen Wiener Parks in Ergänzung zu den Trinkschalen an den Brunnen", sagt Umweltsprecherin Tina Wirnsberger.

Zusätzlich fordert die Partei mehr geschützte Nistkästen für Mauerbrüter. Bei Dachausbauten sollen bestehende kühle Nistplätze stärker berücksichtigt und erhalten werden. "Wenn Vögel ihre bewährten Niststellen verlieren, weichen sie gezwungenermaßen zunehmend auf ungeeignete Orte aus. Das kann man aktiv verhindern“, so Wirnsberger.

Langfristig soll Umweltstadtrat Jürgen Czernohorsky (SPÖ) die zuständigen Magistratsabteilungen mit Naturschutzorganisationen, Tier-Auffangstationen und der Umweltanwaltschaft an einen Tisch holen und einen Hitzeschutzplan ausarbeiten.

Grüne fordern Hitzefrei für Fiaker

Eine Fiaker-Kutscherin kühlt ihre Pferde mit frischem Wasser. © APA/ROLAND SCHLAGER

Auch bei den Fiakerpferden erhöhen die Grünen den Druck. Sie erneuern ihre Forderung, den Einsatz der Tiere ab 30 Grad zu untersagen. Dabei verweist Tierschutzsprecherin Jennifer Kickert auf Entwicklungen in anderen Großstädten. "In New York befasst sich der Stadtsenat mit einem Gesetztesentwurf zur Abschaffung von Pferdekutschen. Auch Rom treibt entsprechende Regelungen gegen diese Tierquälerei voran. Wien darf anderen Metropolen nicht weiter hinterherhinken", so Kickert.

Mehr Rückzugsräume für Tiere

Mehr Bäume, weniger häufig gemähte Blühwiesen und zusätzliche natürliche Rückzugsorte sollen Tiere während Hitzewellen ebenfalls entlasten. Solche Flächen bieten Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren Lebensraum, kühlen die Umgebung und können Wasser länger im Boden halten. Auch Benjeshecken und andere Totholz-Strukturen in Parks sehen die Grünen als Möglichkeit, die Artenvielfalt zu fördern und Wildtieren während extremer Hitze zusätzliche Rückzugsräume zu bieten.