Himmelsspektakel
Sonnenfinsternis am 12. August: Hier sieht man sie in Österreich am besten
Am Mittwoch, dem 12. August 2026, lohnt es sich, den Abend unter freiem Himmel zu verbringen. In Teilen Europas ist an diesem Tag eine totale Sonnenfinsternis zu sehen, unter anderem in Island und Spanien. Österreich liegt zwar außerhalb der Totalitätszone – spektakulär wird es hier trotzdem: Der Mond wird einen Großteil der Sonne verdecken und diese kurz vor Sonnenuntergang nur noch als schmale Sichel erscheinen lassen.
In Wien beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19.22 Uhr. Ihr Höhepunkt fällt beinahe mit dem Sonnenuntergang zusammen. Genau das macht die Wahl des richtigen Platzes so wichtig: Wer vor sich Häuser, Bäume oder Berge hat, könnte ausgerechnet den eindrucksvollsten Teil verpassen.
Das ist der wichtigste Trick bei der Platzwahl
Wer jetzt automatisch an den höchsten Berg Österreichs denkt, liegt nicht unbedingt richtig. Entscheidend ist weniger die Höhe als ein möglichst freier und tiefer Blick Richtung Westen. Denn dort steht die Sonne am Abend des 12. August bereits sehr knapp über dem Horizont.
Ein Aussichtspunkt kann deshalb hervorragend sein – allerdings nur, wenn kein gegenüberliegender Bergrücken die untergehende Sonne verdeckt.
Einen gewissen Vorteil hat Westösterreich: Während die Sonne in Wien bereits gegen 20.14 Uhr untergeht, bleibt sie in Vorarlberg bis etwa 20.39 Uhr über dem Horizont. Damit lässt sich dort ein größerer Teil des Himmelsschauspiels verfolgen.
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1. Bildstein in Vorarlberg
Einer der spannendsten Beobachtungsorte liegt ganz im Westen Österreichs. Die Vorarlberger Amateur Astronomen laden ab 19 Uhr auf die Wiese vor der Basilika Bildstein.
Vorarlberg ist für dieses Ereignis besonders interessant, weil die Sonne hier österreichweit vergleichsweise spät untergeht. Wer einen freien Blick in Richtung Westen erwischt, hat damit besonders gute Voraussetzungen, die stark verfinsterte Sonne möglichst lange zu sehen.
2. Sophienalpe in Wien
Auch Wienerinnen und Wiener müssen nicht weit fahren. Die Sophienalpe im Westen der Stadt gehört zu den besten Adressen für das Ereignis. Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie und der Österreichische Astronomische Verein laden dort ab 19 Uhr zum gemeinsamen Beobachten und Fotografieren ein.
Gerade die Lage am westlichen Stadtrand ist ein Vorteil. Wichtig bleibt allerdings auch hier: möglichst früh kommen und einen Platz mit uneingeschränktem Blick zum Westhorizont suchen.
Wer lieber zentral bleiben möchte, kann die Sonnenfinsternis außerdem von der Dachterrasse der Urania beobachten. Dort stehen kostenlose Solar Viewer zur Verfügung, zusätzlich wird ein Livestream gezeigt.
3. VEGA-Sternwarte am Haunsberg in Salzburg
Ein besonders umfangreiches Programm gibt es auf der VEGA-Sternwarte Haus der Natur am Haunsberg. Ab dem späten Nachmittag dreht sich hier alles um die Sonnenfinsternis.
Nach einem Vortrag werden bei Schönwetter die Sonnenbeobachtungsgeräte aufgebaut. Die Finsternis beginnt in Salzburg gegen 19.22 Uhr und kann dort bis zum Sonnenuntergang verfolgt werden. Danach lohnt es sich, noch länger zu bleiben – denn nur wenige Stunden später folgt bereits das nächste Himmelsspektakel.
Die Veranstaltung ist laut Haus der Natur kostenlos und ohne Anmeldung geplant.
4. Kitzeck im Sausal in der Steiermark
In der Steiermark wird Kitzeck im Sausal zum Treffpunkt für Himmelsfans. Der Steirische Astronomen Verein verlegt seine Beobachtung bewusst dorthin, weil der Westhorizont an seiner Sternwarte bei Graz teilweise durch Bäume und Gelände verdeckt wäre.
Ab 19 Uhr soll gemeinsam beobachtet werden. Und auch hier gilt: Nach der Sonnenfinsternis ist noch lange nicht Schluss. Wer bleibt, kann später in derselben Nacht auf die Perseiden warten.
5. Michelbach und Martinsberg in Niederösterreich
In Niederösterreich gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Besonders spannend ist die Niederösterreichische Volkssternwarte Michelbach. Dort beginnt das Programm bereits um 18.30 Uhr und soll bis weit nach Mitternacht dauern – zuerst Sonnenfinsternis, danach Perseiden. Die Sternwarte gibt für den Standort eine partielle Verfinsterung von rund 88 Prozent an.
Auch das Astronomische Zentrum Martinsberg im Waldviertel veranstaltet ab 18.15 Uhr einen eigenen Sonnenfinsternis-Abend und verbindet ihn anschließend mit einer Perseiden-Beobachtung.
6. Grazer Schlossberg
Wer in Graz bleiben möchte, kann das Ereignis am Schlossberg verfolgen. Der Fachbereich Astrophysik und Geophysik der Universität Graz bietet dort eine gemeinsame Beobachtung mit Finsternisbrillen und Teleskopen an.
Grundsätzlich gilt in Graz allerdings besonders: Der Sonnenstand ist bereits sehr niedrig. Ein Platz mit möglichst freier Sicht Richtung Westen ist daher entscheidend.
Ohne diese Brille darf man auf keinen Fall hinsehen
So spektakulär die Sonnenfinsternis auch aussieht: Eine gewöhnliche Sonnenbrille reicht nicht aus. Auch wenn der Mond einen Großteil der Sonnenscheibe verdeckt, darf niemals ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne geschaut werden.
Notwendig ist eine spezielle Finsternisbrille beziehungsweise zertifizierter Sonnenfilter. Noch gefährlicher ist der ungeschützte Blick durch Ferngläser, Kameras oder Teleskope. Auch improvisierte Hilfsmittel wie CDs, getönte Gläser oder ähnliche Tricks bieten keinen ausreichenden Schutz. Die ESA warnt ausdrücklich davor, eine teilweise verfinsterte Sonne ohne geeigneten Augenschutz zu betrachten.
Danach kommt gleich das nächste Himmelsspektakel
Wer nach Sonnenuntergang noch bleibt, bekommt am 12. August praktisch ein astronomisches Doppelprogramm geboten. In der Nacht auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt.
Die Bedingungen sind 2026 besonders günstig, weil kaum störendes Mondlicht vorhanden ist. Unter optimalen Bedingungen können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein. Die beste Zeit liegt etwa zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung.
Für die Sternschnuppen gilt allerdings eine andere Regel als für die Sonnenfinsternis: Jetzt zählt vor allem Dunkelheit. Je weiter man von Straßenbeleuchtung und Städten entfernt ist, desto mehr Meteore werden sichtbar. Eine dunkle Berghütte, eine Alm oder ein abgelegener Platz kann deshalb nach der Sonnenfinsternis zum perfekten zweiten Stopp des Abends werden.
So sehen Sie am meisten
Für die Sonnenfinsternis braucht es einen freien Westhorizont und eine Finsternisbrille, für die Perseiden anschließend möglichst wenig künstliches Licht. Außerdem empfiehlt es sich, die Wetterprognose zwei bis drei Tage vorher genau zu prüfen – manchmal können schon wenige Kilometer darüber entscheiden, ob Wolken das Spektakel verdecken oder der Himmel frei bleibt.
Fest steht: Der 12. August 2026 wird einer jener Abende, an denen sich der Blick nach oben ganz besonders lohnt.
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