Sicherheitskontrolle

Skurriler Flughafen-Alarm: Wer UNO-Karten im Gepäck hat, riskiert aufgehalten zu werden

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UNO, Schnapskarten oder das Lieblingskartenspiel für den Urlaub: Was völlig harmlos aussieht, kann an der Sicherheitskontrolle plötzlich für Aufregung sorgen. Denn die neuen Hightech-Scanner am Flughafen Wien sehen nicht nur mehr als ihre Vorgänger – manchmal macht sie gerade ihre enorme Genauigkeit besonders misstrauisch.
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Der Koffer ist sorgfältig gepackt, Laptop und Flüssigkeiten dürfen endlich im Handgepäck bleiben und die Sicherheitskontrolle scheint in Rekordzeit erledigt. Doch plötzlich biegt die Gepäckwanne auf das Kontrollband ab. Der Grund ist weder ein Messer noch eine viel zu große Flasche – sondern ein simples Packerl Spielkarten.

Seit der Einführung der neuen CT-Scanner am Flughafen Wien berichten Reisende von kuriosen Extrakontrollen. Neben UNO-Karten, klassischen Schnapskarten oder Kartenspielen können offenbar auch Bananen, dicke Bücher und besonders kompakt verpackte Lebensmittel die Geräte nervös machen.

Neue Scanner sehen den Koffer in 3D

Am Flughafen Wien sind seit dem 3. Juli 2026 insgesamt 35 neue CT-Scanner an den zentralen Sicherheitskontrollen aller Terminals in Betrieb. Rund 25 Millionen Euro wurden in die Umstellung investiert. Die Geräte erstellen detaillierte dreidimensionale Bilder des Handgepäcks und werden von intelligenten Algorithmen bei der Suche nach festen und flüssigen Sprengstoffen unterstützt.

Der große Vorteil für Passagiere: Smartphones, Laptops und Tablets müssen nicht mehr aus dem Gepäck genommen werden. In Wien dürfen inzwischen sogar Flüssigkeiten in Behältern mit einem Volumen von bis zu zwei Litern im Handgepäck bleiben.

Doch die neue Genauigkeit hat einen kuriosen Nebeneffekt: Je detaillierter der Scanner den Inhalt eines Koffers untersucht, desto eher fallen Gegenstände auf, die sich nicht sofort eindeutig zuordnen lassen.

Der Scanner erkennt kein UNO-Logo

Entscheidend ist: Ein Airportscanner sieht ein Kartenspiel nicht so, wie wir es sehen. Er erkennt weder die bunte Verpackung noch das UNO-Logo und sieht: "Das ist ein Spiel."

Stattdessen analysiert das System unter anderem, wie stark ein Gegenstand die Röntgenstrahlen abschwächt. Sicherheitsalgorithmen können dabei Materialeigenschaften wie Dichte, Größe und sogenannte effektive Ordnungszahlen bewerten und diese mit typischen Merkmalen bekannter Gefahrstoffe vergleichen. Auffällige oder besonders schwer durchdringbare Bereiche werden anschließend für das Sicherheitspersonal markiert.

Genau hier kommen die Spielkarten ins Spiel.

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Darum wirken Spielkarten verdächtig

Ein einzelnes Blatt Papier wäre für den Scanner kaum außergewöhnlich. Hunderte Karten, die eng aufeinanderliegen und möglicherweise zusätzlich beschichtet sind, ergeben jedoch einen sehr kompakten Block.

Für das Gerät kann dieses Kartenpaket wie eine dichte, gleichmäßige organische Masse erscheinen. Gleichzeitig ist bei dicht zusammengepressten Karten unter Umständen nicht zweifelsfrei erkennbar, ob sich zwischen den einzelnen Schichten noch ein anderer Gegenstand befindet.

Das bedeutet nicht, dass der Scanner Spielkarten tatsächlich für Sprengstoff hält. Vielmehr kann das System den Gegenstand nicht mit ausreichender Sicherheit automatisch freigeben. Im Zweifelsfall entscheidet die Technik bewusst für eine Nachkontrolle – denn an der Flughafensicherheit gilt: lieber einmal zu viel nachsehen als einmal zu wenig.

Auch Honig und Marmelade können auffallen

Spielkarten sind nicht die einzigen vermeintlich harmlosen Gegenstände, die eine Kontrolle auslösen können. Der Flughafen Wien weist selbst darauf hin, dass unter anderem Lebensmittel, Cremes, Honig, Marmelade und Thermoskannen zusätzliche Überprüfungen notwendig machen können. Größere Flüssigkeitsmengen erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit einer Nachkontrolle.

Auch Obst kann durch seinen hohen Wasseranteil und seine kompakte organische Struktur auffallen. Bei dicken Büchern oder Reiseführern entsteht wiederum ein ähnliches Problem wie bei Spielkarten: Viele eng übereinanderliegende Seiten bilden einen dichten Block, dessen Inneres genau geprüft werden muss.

Ein Alarm bedeutet noch lange keine Gefahr

Landet das Handgepäck auf dem Kontrollband, heißt das also nicht automatisch, dass der Scanner Sprengstoff gefunden hat. Meist wurde lediglich ein Bereich markiert, der auf dem Bild nicht eindeutig beurteilt werden konnte.

Die Sicherheitskräfte können die dreidimensionale Aufnahme aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Reicht das nicht aus, wird das Gepäck geöffnet und der betreffende Gegenstand genauer untersucht. Auch ein Sprengstofftest am Gepäck oder an einzelnen Gegenständen kann jederzeit Teil des Kontrollprozesses sein.

Nach wenigen Minuten ist der Spuk in der Regel vorbei – und das Kartenspiel darf mit in den Urlaub.

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