Eskalation mit Russland

"Haben noch zwei Monate" – Experte warnt vor Konfrontation mit Putin

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Die NATO müsse sich für den Konflikt mit Russland wappnen.
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Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Wladminir Putin setzt in der Konfrontation mit der NATO nicht auf hybride Kriegsfürhrung und setzt dabei etwa Drohnen ein.

Der polnische Sicherheitsexperte Jacek Siewiera warnt nun vor einer Verschärfung der Spannungen zwischen Russland und der NATO in den kommenden Monaten. Besonders im Winter könnte sich die hybride Kriegsführung Moskaus nach seiner Einschätzung deutlich intensivieren. Das westliche Militärbündnis müsse sich deshalb rechtzeitig auf weitere Bedrohungen vorbereiten.

Sicherheitsexperte Jacek Siewiera © NurPhoto via Getty Images

Siewiera, ehemaliger Leiter des polnischen Nationalen Sicherheitsbüros und Experte des Atlantic Council, rechnet mit einer angespannten Sicherheitslage. "Stehen wir am Rande einer Konfrontation? Ich glaube schon, dass ihre grundlegenden Auswirkungen noch vor uns liegen und sich in diesem Winter zeigen werden", sagte er im Interview mit dem polnischen Radiosender Radio ZET.

"Haben noch zwei Monate"

Besorgt blickt der Experte vor allem auf mögliche Angriffe im Rahmen hybrider Kriegsführung. Dazu zählen unter anderem Cyberattacken, Sabotage und andere Aktionen unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Konflikts. Besonders gefährdet könnten kritische Infrastruktur, Verwaltungseinrichtungen und zivile Einrichtungen sein.

Siewiera betonte, dass er bereits vor drei Jahren auf die Notwendigkeit einer besseren Vorbereitung hingewiesen habe. Mit Blick auf die kommenden Monate formulierte er eine dringliche Botschaft: "Wir haben noch zwei Monate".

Damit unterstreicht er aus seiner Sicht den begrenzten Zeitraum, der für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bleibt. Seine Aussage ist allerdings eine Einschätzung des Experten und keine bestätigte Prognose eines unmittelbar bevorstehenden russischen Angriffs.

Trotz der angespannten Lage sieht Siewiera den Zusammenhalt der NATO nicht grundsätzlich gefährdet. Diskussionen über einen möglichen Zerfall des Bündnisses wertete er als Teil politischer Manöver. Entscheidend sei nun, dass sich die Mitgliedstaaten auf mögliche Bedrohungen vorbereiten und ihre Widerstandsfähigkeit stärken.

Kommandant: NATO wäre Russland im Kriegsfall militärisch überlegen

er Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, Alexus Grynkewich, sieht das westliche Militärbündnis militärisch deutlich stärker aufgestellt als Russland. "In einem echten Krieg, wenn die ganze Allianz antritt, ist die NATO Russland konventionell überlegen", sagte der US-General dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". "Unsere militärischen Fähigkeiten, die wir in einem Großkonflikt zum Einsatz bringen würden, übertreffen die Moskaus bei Weitem."

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Moskau verfüge "nicht über moderne F-35-Kampfjets, nicht über die Masse an modernen Zerstörern oder U-Booten, die wir haben", sagte Grynkewich weiter. Die militärische Überlegenheit der NATO sei ein Grund, warum der russische Präsident Wladimir Putin keine direkte Konfrontation mit dem Bündnis suche.

"Putin greift zu anderen Methoden, Sabotage zum Beispiel, weil er keine anderen Optionen hat", sagte der US-General. Das liege auch an der konventionellen Abschreckung der NATO, diese müsse aufrechterhalten und ausgebaut werden. "Nur so können wir Russland zeigen, dass wir entschlossen sind", sagte Grynkewich dem "Spiegel".

Angriff wäre "sinnlos"

Der NATO-Kommandant hatte Russland am Montag vor einem Angriff auf das westliche Bündnis gewarnt - ein solcher Angriff wäre "sinnlos". "Wenn jemand so töricht ist, uns anzugreifen, werden wir kämpfen", sagte der US-General bei einem Besuch in Polen. "Wir werden den Angriff stoppen und dem Angreifer die Möglichkeit nehmen, seine Ziele zu erreichen, welche auch immer das sein mögen." Grynkewich bezeichnete diese Strategie als "theory of victory" - Theorie des Sieges.

Dem "Spiegel" sagte der General nun dazu, die Strategie sei "ein klares Signal an Russland, dass wir handlungsfähig sind". Er fügte hinzu: "Jedem, der uns schaden will, muss klar sein: Wir werden einen Angriff sofort und entschieden abwehren und zerschlagen."