Scharia-Strafe

"Härter!": Frauen bekommen 100 Stockhiebe vor Publikum

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Vor den Augen zahlreicher Schaulustiger sind in der indonesischen Provinz Aceh elf Menschen öffentlich ausgepeitscht worden. Verurteilt wurden sie unter anderem wegen Sex außerhalb der Ehe, Alkoholkonsums und körperlicher Nähe.
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Besonders hart traf es zwei Frauen. Ihnen wurde Sex außerhalb der Ehe vorgeworfen. Ein Scharia-Gericht verurteilte jeden von ihnen zu 100 Stockhieben.

Bei der öffentlichen Bestrafung sahen Dutzende Menschen zu. Einige Zuschauer sollen sogar "Härter!" gerufen haben.

Weitere vier Menschen erhielten jeweils 22 Hiebe wegen Verstößen im Zusammenhang mit "körperlicher Intimität". Darunter können etwa Küsse oder Umarmungen fallen.

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Zwei weitere Personen wurden mit sieben Stockhieben bestraft, weil sie sich laut Urteil zu nahe gekommen sein sollen. Auch Händchenhalten kann darunter fallen. Ein Mann erhielt wegen Alkoholkonsums 20 Hiebe.

Nur in Aceh gilt dieses Strafrecht

Aceh ist die einzige Provinz Indonesiens, in der eine besondere Form des islamischen Scharia-Rechts gilt. Die Regelung geht auf den Sonderautonomiestatus der Region zurück, der nach einem Friedensabkommen von 2005 gewährt wurde.

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Öffentliche Stockhiebe können dort unter anderem wegen Sex außerhalb der Ehe, Glücksspiels, Alkoholkonsums oder bestimmter Formen körperlicher Nähe verhängt werden.

Die Regelungen wurden 2015 noch verschärft. Besonders umstritten sind Strafen wegen gleichgeschlechtlicher Beziehungen.

UNO kritisiert öffentliche Auspeitschungen

Während die Strafen in Aceh von vielen Menschen unterstützt werden, stehen sie international massiv in der Kritik.

Die Vereinten Nationen bewerten öffentliche Stockhiebe als erniedrigende Bestrafung und haben Indonesien wiederholt aufgefordert, die Körperstrafen in Aceh abzuschaffen.

Im übrigen Indonesien sind solche Stockhiebe keine gesetzliche Strafe – in Aceh werden sie jedoch weiterhin regelmäßig vollstreckt.