Heftige Vorwürfe
Hamilton-Schock vor Heimrennen: Ferrari „geht das Geld aus“
Der Jubel war riesig, als Lewis Hamilton beim GP von Barcelona erstmals nach über einem Jahr wieder ganz oben am Siegerpodest stand. Der erste Sieg im Ferrari bedeutete dem 41-jährigen Briten enorm viel. Die Rücktrittsgerüchte verstummten somit endgültig.
Auch interessant
Doch schon beim nächsten Rennen in Spielberg bröckelte die heile Ferrari-Welt schon wieder. Hamilton landete nach einem Wochenende zum Vergessen nur auf Rang fünf. Man konnte weder mit dem wiedererstarkten Red Bull von Max Verstappen noch mit den Saisondominatoren von Mercedes oder McLaren mithalten.
Viele Experten meinten schon im Vorfeld, dass der italienische Rennstall nach einem starken Saison-Start im weiteren Verlauf des Jahres Probleme haben wird, die hohen Erwartungen weiterhin zu erfüllen.
Wolff hat einen Verdacht
Den Grund dafür will Mercedes-Teamchef Toto Wolff erkannt haben. Ferrari „wird das Geld ausgehen“, kündigte er im Rahmen des Spielberg-Wochenendes gegenüber mehreren Journalisten an.
Damit meint er allerdings keinesfalls, dass die Scuderia pleite ist. Vielmehr geht es bei der Vermutung des Wieners darum, dass jedes Team pro Jahr maximal 215 Millionen Dollar in die Entwicklung des Autos stecken.
Zwar haben nach der großen Reglementänderung alle Teams in die Entwicklung des aktuellen Bolliden investiert, laut Wolff hat aber kein Rennstall so viele große Upgrades integriert wie Ferrari.
Ferrari hat laut Wolff kein Limit
„Wir nehmen hier und da immer wieder kleine Verbesserungen vor, weil wir schlichtweg jedes Mal ein wenig überrascht sind, wie Ferrari dem Auto derartige Riesen-Updates verpassen kann“, zeigt sich der 54-Jährige vom Vorgehen der Italiener überrascht und führt weiter aus: „Die Einzigen, die nicht langsamer werden, sind Ferrari“, sagte Wolff. „Ich meine, bei McLaren, Red Bull und uns sieht man: Wir hatten ein großes Update, das wir in Montreal eingeführt haben. Dazwischen kommen immer wieder kleinere Teile hinzu.
Er hofft, dass es “für alle dieselben Regeln gelten“ und nimmt damit die FIA in die Pflicht, genau auf die Ausgaben des WM-Rivalen von Mercedes zu schauen, bei denen sein Ex-Schützling Hamilton seinen Rekord auf der Heimstrecke in Silverstone am kommenden Sonntag (ab 16 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) ausbauen will.
Das einzige Team, das in der Ära der Budgetobergrenze in der Formel 1 jemals das Ausgabenlimit überschritten hat, ist Red Bull; das Team beging 2021 einen geringfügigen Verstoß in Höhe von 2,16 Millionen Euro.