Normalerweise dringt nur wenig aus dem privaten Umfeld des beliebten Fernsehstars an die Öffentlichkeit. Im ausführlichen Gespräch mit dem Magazin "stern" brach Hans Sigl nun jedoch sein Schweigen und wagte einen schonungslosen Rückblick auf sein Familienleben. Sein erstes Fazit als Vater fiel dabei gewohnt humorvoll und selbstbewusst aus: "In meiner Welt war ich grandios und sensationell." Doch der Schauspieler beließ es keineswegs bei diesem augenzwinkernden Eigenlob.
Vielmehr räumte Sigl ein, dass die Wahrnehmung seiner Kinder ganz anders aussehen dürfte. Durch die kräfteraubenden Dreharbeiten für die Erfolgsserie forderte die Karriere ihren Tribut: "Die anderen werden wahrscheinlich sagen: 'Du hast viel gearbeitet, manchmal warst du nicht da.'" Genau deshalb sei es für ihn von unschätzbarem Wert, ehrlich mit Kritik umzugehen, auch wenn offene Worte manchmal schmerzen. Eltern seien schließlich nicht dafür da, von ihren Kindern permanent Applaus zu erwarten.
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Der Wunsch nach einem lustigen, unkonventionellen Erziehungsstil
Sein persönliches Credo fasste der Schauspieler in einem zentralen Leitsatz zusammen, der ihm durch alle Lebenslagen half: "Nicht aufhören, miteinander zu reden. Niemals." Für seine Söhne wollte er dabei stets ein lockerer Begleiter sein. Er habe sich vorgenommen, ein lustiger und keinesfalls ein strenger oder traditioneller Vater zu sein, der starre Regeln durchsetzt. Dieser Spagat sei ihm nach eigenem Ermessen geglückt.
Aus einer früheren Beziehung mit Katja Keller hat der Publikumsliebling einen leiblichen Sohn, der im Jahr 2002 zur Welt kam. Als er 2008 seine Ehefrau Susanne heiratete, brachte diese zwei weitere Söhne mit in die Ehe. Für den Schauspieler war von Beginn an klar, dass die Patchwork-Familie nur auf Augenhöhe funktionieren kann. Seine wichtigste Frage an den Nachwuchs lautete daher zeit seines Lebens: "Bist du glücklich?"
Rührende Fundstücke und das späte Familienglück
Wie tief die emotionale Bindung bis heute ist, zeigte eine berührende Anekdote. Vor Kurzem stieß Sigl zufällig auf alte Sprachaufnahmen, auf denen er vor 15 Jahren mit den Buben spielerische Leseübungen absolvierte. Plötzlich die kleinen Stimmen jener Männer zu hören, die heute längst erwachsen sind, habe ihn tief berührt und vor allem an die vielen gemeinsamen Lachanfälle erinnert.
Dass die erwachsenen Söhne bis heute gerne nach Hause zurückkehren, empfindet der Schauspieler als größtes Geschenk. Er fühle sich schlichtweg glücklich und aufgehoben, wenn die Familie im Haus herumgeistert. Um dieses Glück zu spüren, müsse er nicht einmal im Mittelpunkt stehen, oft reiche es ihm schon völlig, aus einem Nachbarzimmer das lebhafte Stimmengewirr aus der Küche zu vernehmen.