Bedrohliche Lage

Hitze-Drama: Wiens Kastanien in Gefahr

© Necrophorus
Hitze und Trockenheit setzen den Kastanienbäumen in Wien stark zu und begünstigen den Befall durch die Kastanienminiermotte.
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Die Kombination aus extremem Hitzestress und dem Fraß der Insekten führt teilweise dazu, dass die Bäume im Herbst einen Notaustrieb bilden und ein zweites Mal blühen. Dadurch verbrauchen sie jedoch wichtige Reserven, die sie dringend für den Winter benötigen.

Das warme Wetter beschleunigt zudem die Ausbreitung der Schädlinge. "Hitze schwächt den Befall durch die Kastanienminiermotte nicht ab – im Gegenteil. Die Motte profitiert von warmen Bedingungen und kann unter optimalen Umständen in Wien bis zu vier Generationen pro Jahr ausbilden", erklären die Wiener Stadtgärten gegenüber ORF Wien.

Die kleine Kastanienminiermotte. © Olaf Leillinger

Tausende Bäume unter Behandlung

Um die wertvollen Kastanienbestände zu schützen, setzen die Stadtgärten auf eine Kombination aus mechanischen und biologischen Maßnahmen. Besonders wichtig ist das gründliche Entfernen und professionelle Heißkompostieren des Falllaubs, da die Puppen der Motte darin überwintern. Zusätzlich werden historisch bedeutsame Bestände, wie etwa in der Prater Hauptallee, mit dem biologischen Wirkstoff Azadirachtin besprüht, während Pheromonfallen der Flugüberwachung dienen. Aus logistischen und finanziellen Gründen ist der Umfang der Spritzungen jedoch limitiert: Jährlich werden in Wien rund 3.600 ausgewählte Schwerpunktbäume gegen die ersten beiden Generationen der Motte behandelt.