Bande aufgeflogen

Hütchenspieler wollten Polizei mit Schmiergeld bestechen

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Römische Ermittler haben eine professionelle Hütchenspieler-Bande direkt am weltberühmten Trevi-Brunnen auf frischer Tat ertappt. Bei der Festnahme versuchten die Täter sogar, die Beamten mit Bargeld zu bestechen, um einer Anzeige zu entgehen.
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Ein massiver Polizeieinsatz hat im historischen Zentrum von Rom für großes Aufsehen gesorgt. In den vergangenen Tagen gelang den Beamten der italienischen Finanzpolizei ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Straßenkriminalität. Konkret waren es Militärangehörige der spezialisierten Einheit "Baschi Verdi" (Grüne Barette) der Abteilung "Pronto Impiego Roma" sowie Kräfte des 6. städtischen Einsatzkommandos, die das Treiben am weltberühmten Trevi-Brunnen beendeten. Insgesamt wurden 14 Personen wegen der Zugehörigkeit zu einer hochgradig organisierten Bande angezeigt. Diese Gruppe hatte in den vergangenen Jahren mit ihren betrügerischen Machenschaften im Stadtzentrum bereits Dutzende Opfer gefordert und enorme Summen erbeutet.

Die Aufmerksamkeit der erfahrenen Streifenpolizisten wurde durch eine auffällig dichte Menschentraube erregt. Diese hatte sich um einen hastig aufgebauten, provisorischen Stand gebildet. Im Zentrum des Geschehens stand ein Mann, der drei kleine, glockenförmige Behälter in enormem Tempo auf einer Unterlage hin- und herschob – der klassische und extrem manipulative "Glockenspiel-Trick".

Der fiese Trick mit den drei Glocken

Der Spielleiter agierte jedoch keineswegs allein. Bei dieser Form des organisierten Betrugs konnte er auf die tatkräftige Unterstützung zahlreicher Komplizen zählen. Diese Komplizen hatten sich unauffällig unter die Schaulustigen und Touristen gemischt. Ihre Aufgabe war es, leichte Gewinne vorzutäuschen, lautstark zu jubeln und so die Seriosität des Spiels vorzugaukeln. Durch diese psychologische Täuschung animiert, ließen sich arglose Passanten und Urlauber dazu verleiten, hohe Geldbeträge zu wetten. Aufgrund der Fingerfertigkeit des Betrügers und der Absprachen innerhalb der Bande verloren die Opfer jedoch systematisch und ausnahmslos ihr Geld.

In genau diesem Moment griffen die verdeckt operierenden Finanzbeamten entschlossen ein. Sie kesselten die Gruppe ein, unterbanden die Fluchtversuche und begannen sofort mit der Identitätsfeststellung aller anwesenden Personen.

Dreister Bestechungsversuch bei der Festnahme

Als die Betrüger erkannten, dass sie in der Falle saßen, eskalierte die Situation auf eine ganz andere Ebene. Zwei Mitglieder der Bande, beide rumänische Staatsangehörige, versuchten im Zuge der Amtshandlung, die Beamten der Finanzpolizei mit Bargeld zu bestechen. Sie boten den Einsatzkräften eine erhebliche Geldsumme an, um die laufenden Ermittlungen und die Identitätsfeststellung sofort zu stoppen. Zudem versuchten sie, die Schuld auf nur zwei andere, vermeintlich unbedeutende Mitglieder der Gruppe abzuwälzen, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Die Beamten gingen jedoch nicht auf den Bestechungsversuch ein. Aus dieser dreisten Aktion resultiert nun eine zusätzliche, schwere Anzeige wegen Anstiftung zur Korruption gegen die beiden Männer. Für die restlichen zwölf Bandenmitglieder lauten die Vorwürfe auf die illegale Ausübung von Glücksspielen sowie gewerbsmäßigen Betrug auf offener Straße.

Die wichtigsten Fakten des römischen Polizei-Coups

Die erfolgreiche Operation der italienischen Behörden lässt sich in den folgenden wesentlichen Punkten zusammenfassen:

  • Der Tatort: Der weltberühmte Trevi-Brunnen im historischen Zentrum von Rom – einer der am stärksten frequentierten Touristen-Hotspots weltweit.
  • Die Täter: Insgesamt 14 angezeigte Personen, die alle zu einer einzigen, bestens organisierten und über Jahre hinweg aktiven Bande gehören.
  • Die kriminelle Methode: Der sogenannte Glockenspiel-Trick (Hütchenspiel), unterstützt durch falsche Mitspieler (Lockvögel) in der Menge.
  • Die Eskalation: Dreister Bestechungsversuch durch zwei rumänische Staatsbürger direkt während der polizeilichen Amtshandlung.
  • Die Sicherstellung: Die gesamte professionelle Spielausrüstung sowie exakt 650 Euro Bargeld wurden von den Behörden beschlagnahmt.

Rom verstärkt den Kampf gegen Touristen-Abzocke

Die Behörden der italienischen Hauptstadt kündigten nach diesem Erfolg an, die Kontrollen an den zentralen Sehenswürdigkeiten weiter massiv zu verschärfen. Der Trevi-Brunnen, das Kolosseum und die Spanische Treppe stehen seit jeher im Visier von Taschendieben und illegalen Straßenverkäufern. Dass nun eine gesamte, 14-köpfige Bande zerschlagen werden konnte, gilt als wichtiges Signal für die Sicherheit der Millionen Urlauber, die die Ewige Stadt jährlich besuchen. Der Vorfall zeigt jedoch auch, mit welcher kriminellen Energie und Skrupellosigkeit die Täter agieren, wenn sie selbst vor den Augen der Polizei nicht vor Bestechungsversuchen zurückschrecken.