Besitzer fassungslos

Attacke? Mini-Esel in Streichelzoo erschossen

Ein Esel läuft auf einer trockenen Wiese direkt auf die Kamera zu.
© Facebook
Ein Vorfall in den USA sorgt für Aufsehen: Während der Suche nach einem Mädchen wurde Esel HeeHaw auf einer Farm erschossen. Die Besitzerin widerspricht der Darstellung der Polizei vehement.
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Auf der Farm "Elsberry Riding & Farm" im amerikanischen Bundesstaat Georgia hat sich ein dramatischer Vorfall ereignet. Polizeibeamte befanden sich in der Umgebung von Rockmart auf der Suche nach einem vermissten zwölfjährigen Mädchen und betraten dabei ohne Ankündigung und Genehmigung das Weidegelände. Am Ende der Nacht war der einjährige Miniaturesel "HeeHaw" tot.

Spezialaufzucht und hoher Wert

Besitzerin Hannah Israel hatte den Miniaturesel von Geburt an mit der Flasche aufgezogen. Das Tier lebte zeitweise im Haus der Familie und war regelmäßiger Gast bei Streichelzoo-Veranstaltungen in der Region. Der geschätzte Wert lag laut Angaben der Besitzerin bei rund 6.000 US-Dollar. Für Israel war "HeeHaw" vor allem ein Familienmitglied und kein gewöhnliches Bauernhoftier.

Polizeibericht schildert angeblichen Angriff

Officer Trenton Garner vom Cedartown Police Department war gemeinsam mit einem K-9-Hundeführer und einem Bluthundteam aus dem Haralson County im Einsatz. Laut dem offiziellen Einsatzbericht verfolgten die Beamten eine Spur durch Waldgebiet, als sie auf das Weidegelände gelangten. Die Pferde auf der Koppel scheuten und liefen davon, während "HeeHaw" auf die Beamten zukam. Garner beschreibt in seinem Bericht, der Esel habe die Gruppe "angegriffen". Der K-9-Hundeführer soll daraufhin einen Taser eingesetzt haben, doch das Tier ließ sich nach Garners Darstellung nicht aufhalten. Schließlich zog der Beamte seine Dienstwaffe und feuerte einen einzigen Schuss ab. "HeeHaw" wurde getroffen, lief noch einen Hügel hinauf und brach dann zusammen. Garner begründete den Schusswaffeneinsatz damit, den K-9-Hundeführer sowie das Bluthundteam schützen zu wollen. Die Feuerwehr Rockmart hatte während des Einsatzes eine Drohne in der Luft, die den Vorfall auf Video aufzeichnete. Das vermisste Mädchen wurde kurze Zeit später wohlbehalten weiter die Straße entlang gefunden, in genau jener Richtung, in der das Bluthundteam zuvor die Spur verfolgt hatte.

Protest und rechtliche Schritte

Hannah Israel widerspricht der Version des Beamten entschieden. In einem Beitrag auf Facebook schrieb sie, "HeeHaw" sei auf seiner eigenen Weide getötet worden und habe lediglich getan, was Esel eben tun: auf Fremde aufmerksam machen. Er habe nie jemanden angegriffen oder verletzt. Für Israel steht fest, dass die Beamten ihr Grundstück ohne Erlaubnis betreten haben, was sie als unrechtmäßig betrachtet. Der Fall löste in den sozialen Medien eine Welle der Empörung aus. Israel teilte kurz nach dem Vorfall ein älteres Video, das "HeeHaw" zeigt, wie er freudig auf sie zuläuft und Zuneigung sucht. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasch und verstärkten den öffentlichen Druck auf die Behörden. Eine Spendensammlung auf GoFundMe, die Israel für rechtliche Schritte und eine Stiftung im Namen des Esels ins Leben rief, überstieg zwischenzeitlich die Marke von 155.000 US-Dollar. Die Cedartown Police Department übergab den Fall an die Law Enforcement Division des Georgia Department of Agriculture, die nun eine unabhängige Untersuchung führt. Polizeichef Jamie Newsome bestätigte öffentlich, dass einer seiner Beamten den tödlichen Schuss abgegeben habe, und sprach von einem "tragischen Verlust". Officer Trenton Garner wurde für die Dauer der Ermittlungen vom Dienst freigestellt.

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