Wieder Eskalation
Iran-Krieg: USA zerstört weitere Tanker
Die Attacken auf fünf Schiffe seien eine Reaktion auf Raketenangriffe auf ein Kriegsschiff der US-Marine in den vergangenen zwei Tagen gewesen. Iranische Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben mit Raketenangriffen auf zumindest einen US-Stützpunkt in Jordanien und Attacken auf Schiffe im Persischen Golf.
Man habe zwei US-Schiffe und acht Öltanker angegriffen, die versucht hätten, ein "verbotenes und unsicheres" Gebiet in der Straße von Hormuz zu durchqueren, behaupteten die Revolutionsgarden. Demnach habe man auch bei Vergeltungsangriffen auf Jordanien den dortigen US-Stützpunkt Al-Asrak getroffen und beträchtlichen Schaden angerichtet. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee des Landes 20 ballistische Raketen erfolgreich ab. 18 seien zerstört worden, zwei in entlegene Gebiete gestürzt.
Zuvor hatten iranische Medien mehrere Explosionen auf der Insel Kharg im Persischen Golf sowie nahe der Hafenstadt Jask an der Straße von Hormuz gemeldet. Die Besatzungsmitglieder seien im Vorhinein aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Öltanker könnten nicht mehr genutzt werden. Ein dazu veröffentlichter Videoclip des US-Militärs schien Raketenangriffe im Bereich der Maschinenräume der Tanker zu zeigen. Angaben zu möglichen Opfern gab es nicht.
US-Außenminister warnte Teheran
US-Außenminister Marco Rubio warnte den Iran unterdessen, dass die USA als Vergeltung weiterhin iranische Öltanker attackieren werden. Während eines Besuchs in Kolumbien erklärte Rubio, dass das Land jedes Mal, wenn der Iran versuche, Schiffe der US-Marine zu treffen, Tanker verlieren werde.
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Bei den Attacken habe das US-Militär die Tanker "M/T Kaviz", "M/T Charminar", "M/T Horizon 1" und den bereits sinkenden Tanker "M/T Riesco" im Golf von Oman zerstört, teilte Centcom mit. Nahe der Insel Kharg sei zudem das Schiff "M/T Derya" angegriffen worden, hieß es weiter. Die Tanker seien "Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks" gewesen, durch das sich die Revolutionsgarden finanzierten.
Raketenangriffe auf Jordanien
Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Kharg zu hören, darunter auch im Hafengebiet. Auch nahe der Hafenstadt Jask im Südosten des Irans an der Straße von Hormuz seien Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim gab es auch mehrere Explosionen auf zwei US-Stützpunkten in Jordanien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Im Persischen Golf südlich des iranischen Festlands liegen mehrere Inseln von strategischer Bedeutung für die Führung in Teheran. Sie spielen auch wirtschaftlich eine wichtige Rolle.
Insel Kharg ist das wichtigste iranische Öl-Exportterminal
Die iranische Insel Kharg etwa ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein großer Teil der Ölproduktion wird von dort verschifft. Im Iran-Irak-Krieg (1980-1988) war Kharg wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt Ziel von Angriffen.
Die Straße von Hormuz hat sich im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Die USA wollen mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Iran unter Druck setzen. Zuletzt kam es immer wieder zu gegenseitigem Beschuss.
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