Im 41. Anlauf

Marathon-Finale: Zverev beendet Grand-Slam-Fluch in Paris

© APA/AFP/ALAIN JOCARD
Deutschlands Tennis-Held besiegt Cobolli im French-Open-Finalkrimi in 5 Sätzen

Er kann doch ein Grand-Slam-Turnier gewinnen! In seinem 41. Major-Anlauf setzte sich Alexander Zverev im French-Open-Finale gegen den 24-jährigen Außenseiter Flavio Cobolli (ITA/ATP-Nr. 14) mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7(5/7), 6:1 durch.

Der Court Philippe-Chatrier, Sonntag, 19.41 Uhr. Zverev lässt sich in den Sand fallen und heult - nach über vier Stunden Spielzeit. Auf der Tribüne klatscht Dominic Thiem - der Österreicher hatte Zverevs Grand-Slam-Traum 2020 im US-Open-Finale platzen lassen. Danach verlor der Deutsche zwei weitere Male im Endspiel in einem der wichtigsten vier Tennisturniere.

Diesmal sollte es endlich klappen. Aber der 29-Jährige, Nummer 3 der Welt, musste sooooo sehr zittern.

Starker Start von Zverev

Dabei hatte zu Beginn alles nach einer klaren Angelegenheit ausgesehen. Während Cobolli nervös wirkt, beginnt der Deutsche megastark und hat nach 35 Minuten den 1. Satz mit 6:1 in der Tasche.

Im 2. Satz ist der Italiener plötzlich im Spiel - Break zum 4:3, Satzgewinn zum 6:4. Den 3. Satz holt Zverev dank weniger Eigenfehler - 6:4.

Cobolli behält im Thriller-Tiebreak Nerven

Dann der 4. Satz - ein Thriller. Cobolli zieht mit 2:0 davon, Zverev gleicht auf 3:3 aus, und es geht ins Tiebreak. Da vergibt Cobolli bei eigenem Aufschlag den ersten Satzball, der zweite sitzt - 7:5. Zum ersten Mal seit vier Jahren hat der Deutsche ein Tiebreak verloren!

Es geht in den alles entscheidenden 5. Satz. Zverev geht mit einem Break 1:0 in Führung, zeigt dann Nerven, bringt aber seinen Aufschlag zum 2:0 durch. Zverev geht sogar mit 3:0 in Führung. Doch das Zittern ist noch nicht vorbei. Zverev muss einen Breakball abwehren, schafft aber dann doch das vorentscheidende 4:0 und verwandelt schließlich ach 4.15 Stunden Spielzeit seinen 2. Matchball.

Happy End für Zverev: "Grand-Slam-Champion"

Für Zverev war es der insgesamt 25. Turniersieg - sein mit Abstand wichtigster. "Auf diesem Platz hatte ich meine schlimmsten Erfahrungen", meinte der frischgebackene French-Open-Sieger bei der Siegerehrung. "Ich habe mich verletzt und die Bänder im Knöchel gerissen, und ich habe ein Finale verloren." Aber jetzt sei alles gut: "Ich bin Grand-Slam-Champion!"

Cobolli trug die knappe Niederlage in seinem ersten Grand-Slam-Finale mit Fassung: "Ich hatte trotzdem die beste Woche meines Lebens, und ich stehe erst am Anfang!"