"SKIing"
Immer mehr Pensionisten verprassen das Erbe ihrer Kinder
Früher galt es für viele Eltern als selbstverständlich, den Kindern möglichst viel zu hinterlassen. Doch bei einem Teil der heutigen Ruheständler ändern sich die Prioritäten. Statt das Vermögen für die nächste Generation zu bewahren, wird es lieber für Reisen, Hobbys und ein komfortables Leben im Alter ausgegeben. In Großbritannien und den USA hat diese Haltung bereits einen Namen: "SKIing" – "Spending the Kids’ Inheritance", also sinngemäß: das Erbe der Kinder ausgeben.
Auch interessant
Trend wird populärer
Eine Umfrage in Großbritannien zeigt, dass rund 15 Prozent der Eltern ihr Geld im Ruhestand lieber selbst genießen möchten, anstatt möglichst viel zu vererben. In den USA rechnen laut einer Erhebung nur noch 20 Prozent der Menschen mit einem späteren Erbe von ihren Eltern.
Besonders verbreitet ist das Phänomen bei Ruheständlern mit zusätzlicher Altersvorsorge, Immobilien oder anderen Vermögenswerten. Sie gönnen sich Reisen, ein neues Auto oder spontane Ausflüge – und wollen bewusst nicht auf jeden Euro achten.
"SKIing" steht damit weniger für maßlosen Konsum als für einen Generationenwechsel: Das eigene Geld soll nicht nur bewahrt, sondern auch zu Lebzeiten genutzt werden. Für die nächste Generation könnte das allerdings bedeuten, dass das erwartete Erbe deutlich kleiner ausfällt.