Vorzeige-Staat
In DIESEM EU-Land brach die Wirtschaft um 12 Prozent ein
Das Ergebnis war aber von einem Einbruch des BIP um über 12 Prozent in Irland beeinflusst. In einer früheren Schätzung war Eurostat noch von 0,1 Prozent Plus der Eurozone im Vergleich zum vierten Quartal 2025 ausgegangen. Neben Irland verzeichneten nur Litauen, Schweden und Frankreich - geringfügige - Rückgänge der Wirtschaftsleistung, teilten die EU-Statistiker am Freitag mit.
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Der Absturz in Irland ist auf eine Revision wegen Sondereffekten im großen multinationalen Sektor des Landes zurückzuführen, insbesondere in der Pharmabranche. 2025 war die irische Wirtschaft um 12,3 Prozent gewachsen. Grund dafür war ein starker Anstieg der Pharmaexporte in die USA, angetrieben durch Lageraufstockungen wegen drohender Zölle und eine boomende Nachfrage nach in Irland hergestellten Wirkstoffen für Abnehmmedikamente. Dieser Effekt kehrte sich nun um.
Interpretation der Zahlen schwierig
"Insgesamt erschweren die irischen Zahlen die Interpretation des Konjunkturtrends in der Euro-Zone erheblich", sagte der Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Bantleon, Daniel Hartmann. Für die Europäische Zentralbank (EZB) macht das die Sache nicht einfacher. Sie dürfte kommenden Donnerstag ihren Leitzins zum ersten Mal seit fast drei Jahren anheben. Ökonomen rechnen fest damit, dass die Währungshüter den Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent heraufsetzen werden. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist die Inflation vor allem wegen des hohen Ölpreises gestiegen: Lag die Teuerungsrate im Februar noch bei 1,9 Prozent, waren es im Mai schon 3,2 Prozent. Dies liegt deutlich über der Zielmarke der EZB von zwei Prozent.
Höhere Zinsen können der Wirtschaft aber das Leben noch schwerer machen. Für die Euro-Zone erwartet die Industriestaaten-Organisation OECD im laufenden Jahr nur ein Wachstum von 0,8 Prozent, für 2027 von 1,2 Prozent.
Auch gesamte EU nun im Minus
Österreichs Wirtschaft wuchs demnach zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Spitzenreiter war Dänemark mit plus 1,9 Prozent. Für die gesamte EU ergibt sich nun ein Rückgang des BIP um 0,1 Prozent. Die Wirtschaft in den USA wuchs im Vergleich dazu um 0,4 Prozent.
Verglichen mit dem 1. Quartal 2025 legte das BIP der Eurozone im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent zu, das BIP der gesamten EU um 0,7 Prozent.