Seltenes Phänomen

Influencerin filmt leuchtendes Meer in Schweden

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Mit einem faszinierenden Video vom Meeresleuchten in Schweden stürmt eine Influencerin derzeit die sozialen Medien. Fast 100.000 User verteilten für die Aufnahmen bereits ein Like auf Instagram.
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Normalerweise sorgt die Influencerin, Alexandra Ricer mit ihren Posts über ihr Familienleben in Norwegen für Aufmerksamkeit. Doch es ist ein Clip aus Schweden, der sie viral gehen lässt. Auf Instagram, wo sie sich @levartworld nennt, schreibt Ricer gegenüber ihren Followern: "Das war ohne Zweifel DAS Highlight unserer Schwedenreise". In einer Nacht auf dem Meer vor der schwedischen Küste erlebte sie auf ihrem Stand-up-Paddle-Board ein echtes Naturschauspiel. Das tiefschwarze Wasser blitzt neonblau auf, sobald man eine Hand, einen Fuß oder das Paddel hineintaucht.

Winzige Algen erzeugen Lichtblitze

Ob es zu diesem Meeresleuchten kommt, hängt vom Vorkommen bestimmter biolumineszenter Mikroorganismen im Wasser ab, den Meeresleuchttierchen. In der Nord- und Ostsee geht das Leuchten meistens auf ein Massenauftreten winziger, einzelliger Planktonalgen zurück – konkret die Dinoflagellaten Noctiluca miliaris und Pyrocystis noctiluca. Diese Leuchtalgen reagieren auf jede Störung von außen mit kurzen Lichtblitzen. Fachleute nennen diese chemische Reaktion Biolumineszenz und nehmen an, dass die Tiere dies machen, um Feinde abzuhalten. Das Leuchten entsteht durch Bewegung und ist oft dort sichtbar, wo Wellen brechen. Sogar Fußspuren im Sand können blaugrün schimmern, wenn leuchtende Algen an den Strand gespült wurden und man auf sie tritt.

Perfekte Bedingungen im Sommer nötig

Genau vorhersagen lässt sich das Meeresleuchten nicht, nur die Chancen lassen sich abschätzen. Es müssen viele Leuchtalgen an einem Ort sein, weshalb das Phänomen meist im Sommer bei intensiver Sonneneinstrahlung nach warmen und windstillen Tagen auftritt. Der Biologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer erklärt dazu, dass der Spuk nach wenigen Tagen vorbei sei, weil die Algenblüte sich selbst die Nahrung nehme und kollabiere. Instagrammerin Ricer empfiehlt ihren Followern in ihrem Posting, tagsüber auf orangefarbene oder rostbraune Ansammlungen an der Wasseroberfläche zu achten, da dies das Plankton sei.

Gefahren durch die Algenblüte

Vom Verein Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heißt es hierzu, dass die Algenzellen am Tag lachsrosa leuchten. Bei massenhaftem Auftreten verfärben sie das Wasser, was als "Red Tide" oder schädliche Algenblüte bezeichnet wird. Dies deutet zwar auf Meeresleuchten in der Nacht hin, ist aber nicht immer ein gutes Zeichen. Manche Algenblüten produzieren Giftstoffe oder entziehen dem Wasser Sauerstoff, was Fische, Muscheln, Meeressäuger und Vögel schädigen oder töten kann. In der Schweiz stehen die Chancen auf dieses Erlebnis übrigens schlecht: Klassisches Meeresleuchten kommt in Süßwasserseen nicht vor, da die Algen zum Überleben Salzwasser und bestimmte mineralische Nährstoffe brauchen.