Norwegen
Ingrid Alexandra: 1. Aufgaben als Kronprinzessin
Nach dem Ableben ihres Großvaters König Harald V. und dem darauffolgenden Thronwechsel hat sich das Leben von Ingrid Alexandra von Norwegen (22) fundamental verändert. Die bisherige Prinzessin ist nun zur direkten Thronfolgerin aufgestiegen und übernimmt umgehend Verantwortung für ihr Land. Schon am kommenden Freitag steht für die junge Thronfolgerin eine bedeutende Premiere an, bei der sie sich erstmals offiziell in ihrer neuen Funktion präsentiert.
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Gemeinsam mit ihrem Vater, König Haakon VIII., wird sie am 4. September im Königlichen Palast in Oslo mehrere wichtige Staatstermine absolvieren. Das offizielle Programm des norwegischen Königshofes verspricht einen ereignisreichen Tag voller staatspolitischer Pflichten.
Der königliche Terminkalender beginnt um punkt 11 Uhr mit einer Sitzung des Staatsrates, an der Ingrid Alexandra an der Seite des Königs teilnehmen wird. Dieser formelle Staatsrat bildet den Auftakt für eine Reihe von hochkarätigen Terminen im Palast.
Im Anschluss an diese verfassungsrechtliche Sitzung stehen wichtige Kondolenz-Audienzen auf dem Programm. König Haakon und die Kronprinzessin empfangen nacheinander verschiedene Delegationen des Landes:
- Eine Abordnung des norwegischen Parlaments der Samen
- Hochrangige Vertreter der norwegischen Streitkräfte
- Den Rat für die Zusammenarbeit der Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften
Bei all diesen offiziellen Terminen wird Ingrid Alexandra anwesend sein, um den royalen Beistand in Zeiten der Trauer zu demonstrieren.
Pflichten in Zeiten der tiefen Trauer
Obwohl das norwegische Königshaus nach dem Tod des beliebten Monarchen Harald V. weiterhin in tiefer Trauer verweilt, müssen die Staatsgeschäfte weitergeführt werden. Die offizielle Trauerzeit des Hofes ist bis zum 9. Oktober angesetzt, weshalb viele der regulären und gesellschaftlichen Termine der Königsfamilie vorerst abgesagt wurden.
Dennoch sieht die Verfassung vor, dass notwendige Aufgaben und bestimmte Audienzen weiterhin stattfinden müssen. In dieser schwierigen Übergangsphase übernimmt die Kronprinzessin Schritt für Schritt mehr Verantwortung und entlastet ihren Vater. Bereits am vergangenen Dienstag zeigte sie bei der Vereidigung des Königs vor dem norwegischen Parlament starke Präsenz.
Verfassungseid sichert die Handlungsfähigkeit
Direkt nach der feierlichen Vereidigung im Parlament folgte für Ingrid Alexandra ein weiterer formeller, aber entscheidender Schritt im Königlichen Palast. Sie unterzeichnete ihren eigenen Eid auf die norwegische Verfassung, was laut Paragraph 44 der Verfassung eine zwingende Voraussetzung dafür ist, dass sie den König im Falle einer Verhinderung als Regentin vertreten darf.
Im Gegensatz zum König legte sie diesen Eid jedoch schriftlich und nicht mündlich vor dem Parlament ab. Die unterschriebene Urkunde wurde anschließend direkt an den norwegischen Parlamentspräsidenten übergeben, womit die verfassungsrechtliche Nachfolge und Handlungsfähigkeit der Krone lückenlos gesichert ist.
Studium in Oslo statt im fernen Australien
Die neuen Aufgaben erfordern auch persönliche Veränderungen im Leben der Thronfolgerin. Eigentlich hatte sie im vergangenen Jahr ein Studium der International Relations and Political Economy an der renommierten University of Sydney in Australien begonnen. Doch die gesundheitliche Situation ihrer Mutter, Königin Mette-Marit, machte eine Planänderung notwendig.
Bereits im Juni wurde beschlossen, dass sie im Herbst an die Universität Oslo wechselt. So kann sie ihr Studium fortsetzen und gleichzeitig nahe bei ihrer Familie sein, um das Königshaus in dieser historischen Phase zu unterstützen. Ihr jüngerer Bruder Prinz Sverre Magnus wird hingegen wie geplant ein Studium am Forward College beginnen, das ihn in verschiedene europäische Länder führen wird.
Erste direkte Thronfolgerin der Moderne
Mit ihrer neuen Position als Kronprinzessin schreibt sie zudem Geschichte. Sie ist die erste Frau in der modernen norwegischen Monarchie, die als direkte Thronfolgerin agiert. Ermöglicht wurde diese historische Gleichstellung von Frauen und Männern in der Thronfolge durch eine weitreichende Verfassungsänderung im Jahr 1990.
Sollte sie eines Tages tatsächlich den norwegischen Thron besteigen, wird sie die erste regierende Königin des Landes seit Margarete I. sein, die im späten Mittelalter über das nordische Reich herrschte. Die norwegischen Royal-Fans zeigten sich bereits von den ersten offiziellen Bildern der neuen Kronprinzessin restlos begeistert.