Irre Wende

Knast-Prinz darf seine kranke Mutter besuchen

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Wegen des ernsten Gesundheitszustands der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat die norwegische Justiz am Montag die Freilassung ihres Sohnes Marius Borg Høiby angeordnet.

Die Gerichtsentscheidung soll es dem wegen mehrfacher Vergewaltigung angeklagten 29-Jährigen ermöglichen, die Zeit bis zur Urteilsfällung bei seiner schwer kranken Mutter zu verbringen. Da die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat, muss Høiby jedoch noch in Haft bleiben.

Dies dauert so lange, bis ein Berufungsgericht den Fall verhandelt hat. Høiby musste sich von Anfang Februar bis Mitte März wegen 40 Anklagepunkten vor Gericht verantworten, darunter der Vorwurf der Vergewaltigung von vier Frauen sowie Gewalt gegen eine frühere Freundin. Das Urteil wird am 15. Juni verkündet. Die Staatsanwaltschaft forderte sieben Jahre und sieben Monate Haft. Die Verteidigung verlangte einen Freispruch von den Vergewaltigungsvorwürfen.

Høiby bestreitet die schwerwiegendsten Vorwürfe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er die vier Frauen vergewaltigt haben, während sie schliefen oder bewusstlos waren.

Høiby gehört formell nicht dem norwegischen Königshaus an

Høiby ist der Sohn Mette-Marits aus einer Beziehung vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon im Jahr 2001 und gehört formell nicht dem norwegischen Königshaus an. Der Zustand der an einer unheilbaren Lungenkrankheit leidenden norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat sich jüngst deutlich verschlechtert. Die 52-Jährige wurde in der vergangenen Woche auf eine Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt.

Bei der Kronprinzessin war 2018 eine seltene Form von Lungenfibrose diagnostiziert worden. Die unheilbare Krankheit führt zu Narbenbildung in der Lunge und dadurch zu einer ungenügenden Aufnahme von Sauerstoff in den Blutkreislauf.

"Eingesperrt zu sein, während meine Mutter so krank ist, ist unerträglich"

Høiby hatte wegen des ernsten Gesundheitszustands seiner Mutter seine Haftentlassung beantragt. Die Polizei lehnte dies ab und überließ dem Gericht die Entscheidung.

"Eingesperrt zu sein, während meine Mutter so krank ist, ist unerträglich", sagte Høiby am Montag vor dem Bezirksgericht Oslo, wie der Sender NRK berichtete.

Das Gericht stellte zwar die Gefahr eines Rückfalls Høibys im Falle einer Freilassung fest, entschied jedoch, dass es angesichts des Gesundheitszustands seiner Mutter unverhältnismäßig sei, ihn bis zur Urteilsverkündung in Haft zu halten.