Dabei beklagte der 72-Jährige vor allem den Umgang der Bundesregierung mit Steuergeldern und den politischen Diskurs. "Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man in diesem Land verschiedene Meinungen zulässt", sagte Bohlen und kritisierte, Andersdenkende würden schnell als "Schwurbler", rechtsradikal oder linksextrem abgestempelt.
Den Politikern wirft er mangelnde wirtschaftliche Kompetenz vor. Selbst deutlich höhere Steuern würden seiner Ansicht nach nichts ändern: "Die Politiker zeigen von morgens bis abends, jedes Jahr wieder: Sie können nicht mit Geld umgehen." Ebenso kritisierte er die öffentlich-rechtlichen Sender. Diese seien trotz Milliardenfinanzierung nicht unabhängig, sondern würden aus seiner Sicht politische Positionen unterstützen. Deshalb sprach Bohlen von "Meinungsmache hoch 100".
"Es geht um die Macht"
Trotz seiner Kritik betonte der Musiker, dass er Deutschland weiterhin sehr schätze. Er liebe seine Heimat, die Natur und selbst das wechselhafte Wetter. Was ihn jedoch störe, sei "die ganze Politik, die in Deutschland abgeht im Moment". Mit einem provokanten Wortspiel erklärte er: "Mir ist jetzt auch klar, warum das PO-litik heißt: Weil die fürn Arsch ist."
Auch die Debatte um die AfD griff Bohlen auf. Er finde, die Bürger müssten selbst entscheiden dürfen, wen sie wählen. "Ich kenne genug Leute, die AfD wählen, die sind alles andere, aber nicht rechtsradikal", sagte er. Die sogenannte Brandmauer sieht er als Machterhalt der etablierten Parteien. "Es geht natürlich nur um Macht! Die wollen alle an der Macht bleiben."
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"Dann bist du tot"
Darüber hinaus kritisierte Bohlen die europäische Wirtschaftspolitik, Entscheidungen der Europäischen Zentralbank sowie die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. Viele politische Entscheidungen seien für ihn nicht mehr nachvollziehbar. Zudem warnte er vor den möglichen Folgen eines digitalen Euro. Dadurch könne der Staat Bürger stärker kontrollieren. "Auf einmal wirst Du sanktioniert, hast kein Bankkonto mehr, keinen Zugriff mehr, kannst deine Miete nicht mehr bezahlen. Dann bist Du tot. Lebend, aber tot."
Als positives Beispiel nannte Bohlen die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie. Sein Rat an die Bürger lautet, selbstständig zu denken, der Regierung kritisch zu begegnen und Politiker abzuwählen, wenn sie ihre Aufgaben nicht erfüllten.