Einst Naturdenkmal
Jahrhunderte alte Linde fiel Motorsäge zum Opfer
Ein gut zweihundert Jahre alter Baum direkt gegenüber dem Gasthaus Fally ist verschwunden. Die Sommerlinde prägte das Ortsbild von Ödenkirchen über Generationen hinweg und war vor rund 50 Jahren sogar per Bescheid zum Naturdenkmal erklärt worden. Die Grünen-Gemeinderätin Inge Niang-Lechner und Wanderwege-Initiator Josef Kerschbaumer zeigten sich über das gefällte Grün in den NÖN entsetzt.
"Für das Landschaftsbild von Ödenkirchen ein unwiederbringlicher Verlust. Warum die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Behörde der Fällung zugestimmt hat, ist aufklärungswürdig", so der Tenor der Warther Grünen. Gerade angesichts zunehmender Hitzeperioden sei ein großer, schattenspendender Baum besonders wertvoll gewesen. Ein wichtiges Detail am Rande: Der Baum stand allerdings nicht auf dem Gemeindegebiet von Warth, sondern in Feistritz am Wechsel.
Die Bezirkshauptmannschaft erklärt, dass die Fällung rechtmäßig erfolgt sei. Eine Untersuchung durch die Landesregierung im Mai 2025 habe ergeben, dass die Linde stark geschädigt war. Festgestellt wurden Totholz, Astbrüche und Fäulnisstellen. Bereits im September 2024 war ein etwa 15 Zentimeter dicker Ast auf eine Verkehrsfläche gestürzt. Nach der Prüfung verlor die Linde auch ihren Status als Naturdenkmal.