»Wort gebrochen«
Jetzt spricht Ronaldo Klartext: Scharfe Abrechnung mit Jesus
Dabei stellt Ronaldo zunächst etwas klar, das seine Fans aufhorchen lassen dürfte: An einen Abschied aus der Nationalmannschaft denkt er nicht. Ganz im Gegenteil. Der Superstar will weiterhin für Portugal auflaufen und um Siege kämpfen. "Wenn ich also körperlich fit bin, für meinen Verein spiele – hoffentlich mit Toren – nachdem ich die mir möglicherweise auferlegte Sperre abgesessen habe, werde ich, wie ich es bis heute immer getan habe, bereit sein, für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen", erklärt er.
Doch hinter diesem Bekenntnis steckt offenbar jede Menge Frust. Ronaldo schildert, wie sich der Konflikt mit Jesus Schritt für Schritt zugespitzt haben soll. Noch im August habe ihm der Trainer versichert: "Du bist für mein Projekt unverzichtbar." Vor dem Spiel gegen Norwegen sei dann plötzlich eine andere Situation entstanden. Jesus habe Ronaldo gefragt, ob er rund 30 Minuten spielen könne. Obwohl dieser Einsatz ursprünglich nicht vorgesehen gewesen sei, sagte der Superstar zu.
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Ab der Halbzeit bereitete sich Ronaldo auf seinen Einsatz vor. Er wärmte sich auf, wartete auf das Zeichen des Trainers – doch es kam nie. Jesus setzte ihn nicht ein. Für Ronaldo war damit eine klare Grenze überschritten: "Er hatte sein Wort gebrochen." Gleichzeitig übernimmt der Portugiese Verantwortung für sein eigenes Verhalten. Dass er nach der Partie die Fans nicht begrüßte, sei ein Fehler gewesen. "Das war meine Schuld, und dafür entschuldige ich mich", sagt Ronaldo.
»Nichts mit dem zu tun, was wir vereinbarten«
Jesus habe ihn sogar umarmt und ihm sein Wort gegeben. Ronaldo genehmigte nach eigenen Angaben ein kurzes Dokument, in dem diese Punkte festgehalten wurden. Dann folgte die Pressekonferenz – und damit der nächste Knall. Ronaldo zufolge hatte das, was Jesus öffentlich sagte, wenig mit der zuvor getroffenen Vereinbarung zu tun. "Die Pressekonferenz hatte nichts mit dem zu tun, was wir vereinbart hatten." Statt einer Klarstellung habe er sich "auf eine Art angegriffen" gefühlt, "die ich nicht verdient hatte".
Für Ronaldo war damit endgültig Schluss mit dem Vertrauen. "Es war das zweite Mal, dass er sein Wort gebrochen hat", erklärt der Superstar. Dabei betont er ausdrücklich, dass es ihm nie darum gegangen sei, sich in sportliche Entscheidungen einzumischen. In fast 25 Jahren Karriere habe er sich "nie in eine taktische Entscheidung eingemischt". Genau deshalb wiege der Vorfall für ihn so schwer.
»Habe dort nichts mehr zu suchen«
Seine Konsequenz formuliert Ronaldo unmissverständlich: "Aber wenn mein Wort gebrochen wird, habe ich dort nichts mehr zu suchen." Sein Platz in der Nationalmannschaft steht für ihn dennoch außer Frage. Ronaldo will weiter für Portugal spielen und gewinnen. Der Streit mit Jorge Jesus ist damit allerdings alles andere als ausgeräumt.