Formel 1
Jetzt wird Antonelli gejagt! Mercedes unter Druck
Die Sommerpause ist vorbei, die Schonzeit für Mercedes auch. Beim vorerst letzten Formel-1-GP in Zandvoort am Sonntag (15 Uhr, live ServusTV und im Sport24-Liveticker) muss der WM-Leader seinen 50-Punkte-Vorsprung gegen die nähergerückte Konkurrenz verteidigen. Gleichzeitig verabschiedet sich die Königsklasse von einem ihrer spektakulärsten europäischen Schauplätze: Ab 2027 ist der niederländische Dünenkurs nicht mehr Teil des Formel-1-Kalenders.
Antonelli führt die WM mit 219 Punkten an. 50 Zähler fehlen Ferrari-Star Lewis Hamilton, Mercedes-Teamkollege George Russell liegt 59 Punkte zurück. Die Entwicklung vor der Sommerpause macht Mercedes allerdings vorsichtig: Fünf verschiedene Sieger gab es in den vergangenen fünf Grand Prix.
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Wolff warnt seine Silberpfeile
Fünf verschiedene Sieger gab es in den vergangenen fünf Grand Prix. Zuletzt triumphierte Titelverteidiger Lando Norris im McLaren in Ungarn vor Max Verstappen. Von der Mercedes-Dominanz zu Saisonbeginn ist nicht mehr viel übrig.
Das weiß auch Toto Wolff. "Wir haben Punkte liegen lassen, während unsere Konkurrenten ihren Performance-Rückstand verringert haben", warnt der Mercedes-Teamchef. Und legt nach: "Wir wissen, dass die zweite Jahreshälfte uns mehr abverlangen wird als die erste."
Ausgerechnet Zandvoort könnte zum ersten echten Stresstest werden. Seit der Rückkehr des Niederlande-GP 2021 hat dort kein Mercedes-Pilot gewonnen. Dazu kommt: Die spezielle Charakteristik des Dünenkurses könnte McLaren entgegenkommen.
Für Antonelli geht es in den kommenden Monaten um Historisches. Der WM-Leader könnte als erster Italiener seit Alberto Ascari 1953 Formel-1-Weltmeister werden.
Hamilton lauert auf seine große Chance
Doch ausgerechnet jener Mann, dessen Mercedes-Cockpit Antonelli übernommen hat, sitzt ihm im Nacken. Hamilton fehlen 50 Punkte auf den Youngster – und Ferrari will in der zweiten Saisonhälfte mit weiteren Updates nachlegen.
Für den 41-Jährigen steht ebenfalls Geschichte auf dem Spiel: Mit seinem achten WM-Titel würde Hamilton zum alleinigen Rekordweltmeister aufsteigen und Michael Schumacher überholen.
Und Mercedes muss nicht nur Ferrari im Auge behalten. McLaren hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Norris gewann zuletzt in Ungarn, Oscar Piastri triumphierte im Vorjahr ausgerechnet in Zandvoort. Auch Russell ist bei 59 Punkten Rückstand noch mitten im Titelrennen.
Zusätzliche Brisanz: Bereits am Samstag gibt es beim Sprint weitere WM-Punkte zu holen. Jeder Fehler kann damit schon vor dem Grand Prix am Sonntag teuer werden.
Antonelli nimmt Strafe in Kauf
Und nach Zandvoort wartet bereits die nächste Herausforderung. Ausgerechnet bei Antonellis Heimrennen in Monza am 6. September (15 Uhr, live ServusTV und im Sport24-Liveticker) wird Mercedes einen neuen Motor einsetzen. Weil Antonelli sein erlaubtes Kontingent ausgeschöpft hat, bedeutet das eine Startplatzstrafe.
Mercedes hat sich bewusst für Monza entschieden, weil Überholen dort leichter möglich ist als etwa in Zandvoort. Antonelli ordnet dafür sogar sein Heimrennen dem großen Ziel unter: "Ich weiß, dass es mein Heimrennen ist, aber letztendlich denke ich mehr an die Meisterschaft."
Noch zwölf Grand Prix stehen im aktuellen Kalender. Ob die Saison allerdings tatsächlich wie geplant in Katar und Abu Dhabi endet, ist wegen des Iran-Krieges weiterhin offen. Für Antonelli beginnt in Zandvoort jedenfalls die entscheidende Phase im Kampf um seinen ersten WM-Titel.